Ausblick 2022 RHEINPFALZ Plus Artikel Neue Pläne für alte Baustellen

Die Kindertagsstätte in der Pestalozzistraße wird derzeit in Holzbauweise errichtet.
Die Kindertagsstätte in der Pestalozzistraße wird derzeit in Holzbauweise errichtet.

Zwei neue Kindertagesstätten, der Neubau des Bauhofs, die Erweiterung der Bienwaldhalle – in Kandel sollen viele Projekte 2022 umgesetzt werden. Allerdings deutlich kleiner, als vor Jahren geplant. Über Vorgaben für große private Bauprojekte wird zudem derzeit politisch gerungen.

Viele große Projekte wurden in den vergangenen Jahren in Kandel geplant. Nun fallen einige von ihnen deutlich kleiner aus, als zunächst vorgesehen. So ist das zum Beispiel bei der Bienwaldhalle, bei der die Pläne erneut geändert wurden. „Wir werden keine Schlösser bauen, wenn wir das Geld nicht haben.“ Man habe früher zu sehr auf die möglichen Zuschüsse geachtet, kritisiert der Beigeordnete Michael Gaudier (CDU). So sollte bei der Bienwaldhalle erst eine große Garderobe dazukommen, dann ein Bereich für das Catering, plötzlich wären zusätzliche Toiletten und eine weitere Lüftung nötig gewesen. Also trat die Stadtspitze auf die Bremse, jetzt geht es um eine tatsächlich „kleine“ Lösung. „Dabei hatten wir schon die Baugenehmigung“, erinnert Gaudier an den Stopp im letzten Moment.

Auch bei den Neubauten von zwei städtischen Kindertagesstätten wolle man nicht alles den Planern überlassen. Die Kita Pestalozzistraße liegt im Zeit- und Kostenplan. Das Angebot für die Holzbauweise habe man vor der Kostensteigerung in diesem Bereich erhalten, „da haben wir eine gute Phase erwischt“, sagt Gaudier. Der Spatenstich soll Anfang 2023 sein.

Bisher nur Spielgeräte abgebaut

In der Landauer Straße wird ebenfalls eine Kita gebaut. Danach geht es an den Rückbau der Villa Fischer, in der die Kita-Kinder derzeit untergebracht sind. Allerdings gab es bisher noch nicht viel zu sehen, außer den Rückbau von Spielgeräten und Rodungsarbeiten. Es habe nach Abstimmungsbedarf gegeben, sagt Bürgermeister Michael Niedermeier (CDU). Doch nun liege ein Förderbescheid vor und die Verwaltung könne mit der Ausschreibung starten.

Der neue Bauhof soll 2022 mit neuen Planern angegangen werden. Einen Neustart gibt es auch für das Bürgerhaus in Minderslachen, für das über die Jahre schon viele Konzepte entwickelt wurden. Nun ist geklärt, dass Minderslachen zwar ein Stadtteil ist, das Bürgerhaus aber trotzdem im Zuge einer Dorferneuerung angegangen werden kann. Dazu gehört dann auch eine entsprechende Dorfmoderation mit Beteiligung der Anwohner, sagt Beigeordnete Jutta Wegmann (Grüne).

Kleinere Brötchen zu backen habe sich auch beim Jugendzentrum bewährt, sagt Niedermeier. Ein umfassender Sanierungsplan würde aufgrund der Finanzlage der Stadt von der Aufsichtsbehörde abgelehnt werden. Also ging es 2021 an Küche, Thekenbereich und Personaltoiletten, 2022 soll der Brandschutz im Fokus stehen.

Private Bauprojekte müssen warten

Es sind auch die großen privaten Bauprojekte, wie auf dem ehemaligen DBK-Gelände oder dem Just-Gelände, die in der Stadt ins Auge fallen und heftig diskutiert werden – nicht nur unter den Bürgern, sondern auch unter den Mitgliedern des Stadtrats. Die Stadt will sich eine Wohnbaurichtlinie geben. Nach einem entsprechenden Ausschuss-Beschluss vom Dezember 2021 dürfen zunächst keine Projekte mehr beraten werden, bis die Richtlinie steht. Dabei geht es zum Beispiel um Vorgaben, ab welcher Wohnfläche wie viel sozialer Wohnraum gewährleistet sein muss.

Bürgermeister Michael Niedermeier (CDU) macht keinen Hehl daraus, dass er mit dieser Lösung nicht zufrieden ist. Die Erstellung einer Richtlinie brauche Zeit, es könne Verzögerungen von bis zu einem Jahr geben Auch seien Aspekte wie der Starkregenschutz, Parkplatzprobleme oder der Artenschutz im Bebauungsplanverfahren geregelt. „Jetzt kommen Anfragen, zu denen ich sagen muss, wir können das gerade nicht besprechen.“

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