Kreis Germersheim Neubau für die schnellen Retter

Der Standort liegt zwischen Umspannwerk und Feuerwehrgerätehaus.
Der Standort liegt zwischen Umspannwerk und Feuerwehrgerätehaus.

Sie ist rund um die Uhr besetzt und der Arbeitsplatz von etwa 30 Mitarbeitern, die in 12-Stunden-Schichten dort ihren Dienst versehen: Die Rettungswache des Deutschen Roten Kreuzes in Kandel. Nach gut 35 Jahren soll sie in den Ruhestand gehen – ein Neubau von 1,8 Millionen Euro wird sie 2019 ablösen. Heute ist der erste Spatenstich.

Auf den ersten Blick wirkt die bisherige Rettungswache in der Nähe des Klinikums gepflegt und gut erhalten. Doch das 1983 errichtete Gebäude ist technisch überholt und genügt den heutigen Ansprüchen nicht mehr. Die Fahrzeugstellplätze sind zu klein für moderne Fahrzeuge, die Räume für Personal und Büros reichen nicht mehr aus. Um die Rettungswache Kandel wieder auf ein zeitgemäßes Niveau zu heben, wurden viele Möglichkeiten geprüft, auch eine Erweiterung am aktuellen Standort in der Robert-Koch-Straße. Doch diese Option schied früh aus – das Grundstück ist für den gestiegenen Bedarf schlichtweg zu klein. Mit Unterstützung des Kreistages und des Stadtrates entsteht nun schon bald am nördlichen Ortsrand von Kandel, zwischen dem Umspannwerk der Pfalzwerke und dem Feuerwehrgerätehaus, ein Neubau. Arno Schöttinger, Leiter der Rettungswache Kandel, ist mit dem neuen Standort sehr glücklich: Er biete nicht nur mehr Platz, sondern auch eine Entzerrung der Verkehrssituation. Die Lage im Wohngebiet sei ohnehin schon lange nicht mehr zeitgemäß, auch aus Rücksicht auf die Nachbarschaft. Mit rund 650 Quadratmetern Gebäudefläche wird der Neubau Platz für sechs Einsatzfahrzeuge bieten. Zunächst soll dort ein Fahrzeugstellplatz leer bleiben. Doch wann hier ein weiteres Einsatzfahrzeug stationiert wird, scheint wohl nur eine Frage der Zeit zu sein: „Die Kollegen arbeiten teilweise am Anschlag“, meint Jürgen See, Leiter des Rettungsdienstbereiches Südpfalz. Mit über 7500 Einsätzen im Jahr 2017 sei Kandel noch vor Germersheim die Rettungswache mit den meisten Einsätzen im Landkreis. Tendenz steigend: Alleine gegenüber dem Vorjahr seien gut 300 Einsätze mehr absolviert worden. Zudem ist die Rettungswache Kandel als sogenannte Lehrrettungswache ein Ausbildungsbetrieb. Momentan absolvieren vier Auszubildende die Ausbildung zum Notfallsanitäter, ab kommenden September werden es fünf sein. Somit wird nicht nur in die Infrastruktur, sondern indirekt auch in die Zukunft der präklinischen Notfallversorgung investiert: „Wir haben in Kandel ein überdurchschnittlich hohes Potenzial an Ausbildungskräften“, ergänzt See. Diesen müsse man vernünftig geplante und moderne Arbeitsplätze bieten. Der Neubau ist ebenerdig geplant: Fahrzeugstellplätze, Lager- und Aufenthaltsräume, Schlafräume und sanitäre Anlagen werden sich alle auf einer Ebene befinden. „In Deutschland gibt es für alles eine Norm – auch für den Bau von Rettungswachen“, sagt See schmunzelnd. Die eingeschossige Bauweise käme aber nicht zuletzt auch der Unfallverhütung und der Arbeitsergonomie entgegen. Die räumliche Nähe zur Feuerwehr wird durchweg positiv bewertet. Neben technischen Synergien, wie einem gemeinsam genutzten Blockheizkraftwerk, sehen die Verantwortlichen noch viele weitere Vorteile: „Wir freuen uns darauf, in die Nachbarschaft der Feuerwehr zu ziehen. Enger und unbürokratischer zusammenarbeiten, gemeinsam planen und üben – das wird uns alle weiterbringen“, ist sich Schöttinger sicher. Heute soll mit dem ersten Spatenstich die Bauzeit eingeläutet werden, sodass die neue Rettungswache im Frühjahr 2019 ihrer Bestimmung übergeben werden kann.

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