Kandel
„Nadel Adel“ in Kandel schließt Ende März
„Angefangen hat alles mit Stickkursen in meinem Wohnzimmer“, erinnert sich Sybille Riehm zurück. Die Nachfrage war groß und so richtete sie in den Räumen in der Waldstraße bald schon ihr Ladengeschäft ein. Anfangs war einmal in der Woche geöffnet, wenig später regelmäßig. Wolle, Stoffe, Zubehör – fast alles hat sie im Angebot und legt dabei Wert auf eine gute Qualität. „Das bekommt man im Internet halt günstiger“, bringt sie das Problem auf den Punkt.
Denn immer weniger Kunden seien bereit gewesen, die Preise für die hochwertigen Waren zu bezahlen. Und das, obwohl Stricken, Nähen, Filzen und andere Handarbeiten im Trend liegen. Dazu kommen gesundheitliche Beeinträchtigungen, weshalb sich Sybille Riehm letztlich dazu entschieden hat, den Laden aufzugeben. Besonders gerne denkt sie an die vielen Kurse zurück: „Die wurden immer gerne angenommen. Auch beispielsweise die Nähkurse für Kinder.“ Doch auch hier häuften sich die Beschwerden über die Kosten, was Sybille Riehm ärgert. „Ich habe mich immer fortgebildet und konnte bei allen Handarbeiten mit Rat und Tat weiterhelfen“, sagt sie. Viele Kunden, vor allem langjährige Stammkunden, seien jedoch auch betrübt gewesen, als sie von dem Aus von „Nadel Adel“ erfuhren.
Sticken ist „super für die Feinmotorik“
Die gebürtige Badenerin ist über ihre Mutter zur Handarbeit gekommen und hat dies noch in der Schule gelernt und geliebt. Sie findet es schade, dass Handarbeit heute kein Schulfach mehr ist, zumal „gerade Sticken einfach super für die Feinmotorik“ sei. Momentan läuft der Abverkauf in ihrem Laden und es gibt viele Waren vergünstigt. Am Samstag, 28. März, gibt es einen Flohmarkt mit reduzierten Waren im Laden. Und wenn dann alles erledigt ist, wird es Sybille Riehm bestimmt nicht langweilig werden. Sie war viele Jahre ehrenamtlich tätig und mag besonders die Arbeit mit Kindern. Natürlich will sie auch die Handarbeit nicht aufgeben, denn „ein Leben ohne“ diese kann sie sich kaum vorstellen.