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Oberstleutnant Christoph Kück ist der neue Kommandeur des Luftwaffenausbildungsbataillons. Seit gut 100 Tagen ist das sein Arbei
Oberstleutnant Christoph Kück ist der neue Kommandeur des Luftwaffenausbildungsbataillons. Seit gut 100 Tagen ist das sein Arbeitsplatz.

Der neue Kommandeur des Luftwaffenausbildungsbataillons war schon mal da. Lange vor der Pandemie. Wie er sich die „Post-Corona-Normalität“ in der Südpfalz-Kaserne vorstellt und was sich da sonst noch tut beziehungsweise tun soll.

Seit Februar hört das Luftwaffenausbildungsbataillon auf sein Kommando. Oberstleutnant Christoph Kück ist der neue Kommandeur der Einheit, die größtenteils in Germersheim in der Südpfalz-Kaserne stationiert ist, aber auch im bayerischen Roth. Doch so neu ist der Neue gar nicht in Germersheim. 2009 bis 2012 war er schon einmal da; damals, noch Hauptmann, als Chef der 10. Kompanie, erinnert sich der Offizier. Und an seinen Auslandseinsatz in Afghanistan, in Kunduz, der in diese Zeit fiel.

Mit dem Bund kam Kück, wie so viele, über die Wehrpflicht in Kontakt. Der in Düren aufgewachsene, inzwischen 43-jährige verheiratete Vater von vier Kindern, absolvierte seinen Grundwehrdienst beim Wachbataillon in Siegburg. Nach seinem Ausscheiden aus der Bundeswehr zog es ihn 2000 wieder zu ihr zurück, um die Offizierslaufbahn einzuschlagen. Nach einiger Zeit beim Luftwaffen-Ausbildungsregiment 3 in Roth wechselte er von der Rednitz an die Elbe. In Hamburg studierte er Politikwissenschaften. An die vier folgenden Jahre beim Jagdbombergeschwader in Büchel schloss sich seine erste Germersheimer Zeit an. Von der Truppe ging es dann auf die administrative Ebene: Beim Luftwaffenamt in Köln war er als Dezernatsleiter mit der Neuausrichtung der Luftwaffe befasst, die unter anderem dazu führte, dass aus dem Bataillon in Germersheim, damals Teil des Luftwaffenausbildungsregiments in Roth, ein eigenständiger Verband wurde. Danach ging es für drei Jahre zur Generalstabsausbildung in die Niederlande. Es folgten weitere Verwendungen im Nato-Hauptquartier in Brüssel und im Verteidigungsministerium in Berlin. Vor rund 100 Tagen verschlug es ihn dann wieder nach Germersheim.

Auf Haussuche

Inzwischen hat sich Kück nach eignen Angaben gut eingelebt. Erste Touren mit dem Rennrad führten ihn an die Weinstraße und entlang des Rheins. Laufen und Schwimmen nennt er als weitere Hobbys. Derzeit ist Kück auf der Suche nach einem Haus, damit die Familie nachziehen kann, zu der er an den Wochenenden noch mit der Bahn fährt.

Kück hofft darauf, dass nun, da Corona seinen Schrecken zu verlieren scheint, sich das Bataillon langsam wieder öffnen und – unter Wahrung des Gesundheitsschutzes der Truppe selbstverständlich – wieder lockerer werden kann. „Post-Corona-Normalität reinbringen“, lautet seine Devise. Dazu gehöre auch, die teilweise eingeschlafenen Kontakte zu den Standorten und deren Bevölkerung wieder stärker zu pflegen, bei Festbesuchen etwa. Zudem sollen Gelöbnisse wieder öffentlich gefeiert werden: zunächst am 9. Juni beim Schloss in Bruchsal, zusammen mit dem dort stationierten ABC-Abwehrbataillon 750, im September und Dezember ist jeweils eines im Stadtpark Fronte Lamotte in Germersheim geplant. Hinzu kommt eines im Juli in Heideck bei Roth. Außerdem ist am 14. September wieder eine Fußwallfahrt nach Herxheim geplant. Was die Feste des Bataillons anbetrifft, Festungsschießen und Oktoberfest zum Beispiel, will Kück noch etwas abwarten, bis nächstes Jahr wohl. Warum? „Weil wir nach Corona versuchen, erstmal wieder Tritt zu fassen.“

Herausforderndes Jahr

Schließlich befinde sich das Bataillon in einem herausfordernden Jahr. Das macht Kück an einigen Zahlen fest: Im Vergleich zu 2019 (vor Corona) sei die Zahl der Rekruten bis 2021 mit rund 1350 in etwa gleich geblieben. Konstant sei auch die Zahl der Kameraden in der zivilen Aus- und Weiterbildung (ZAW): 125; wobei es 2020 mit 150 sogar noch einen Zuwachs gegeben habe. Von 4500 auf knapp 3000 gesunken sei hingegen die Zahl der Lehrgangsteilnehmer, also der Kameraden, die in den Auslandseinsatz müssen. Auf diesen werden alle Soldaten der Luftwaffe in Germersheim vorbereitet. Dass wegen des Abzugs aus Afghanistan nun keine armenischen Soldaten auf den Einsatz dort mehr vorbereitet werden, habe zu der Entwicklung beigetragen. Nichtsdestotrotz liefen die Planungen für dieses Jahr darauf hinaus, die Ausfälle wieder auszugleichen, sogar etwas über das Vor-Corona-Niveau zu kommen. Deshalb soll nun verstärkt ausgebildet werden, seien zusätzliche Lehrgänge geplant. Diese werden sich laut Kück aufgrund der seit Kurzem veränderten Sicherheitslage in Europa verändern, Stichwort Ukraine-Krieg. Dieser habe im Hinblick auf die Landes- und Bündnisverteidigung zu einem Umdenken auf politischer und gesellschaftlicher Ebene geführt.

„Zu einer guten Ausbildung gehört auch eine gute Infrastruktur“, leitet der Kommandeur zum seit Jahren laufenden Ausbau der Südpfalz-Kaserne über. Fertig und bezogen seien die neuen Gebäude 4 und 5 an der Ringstraße. In Betrieb sei die neue Hindernisbahn und die benachbarte Sporthalle sei energetisch saniert. Das neue Sanitätsgebäude, dessen Fertigstellung sich verzögert hatte, soll in der zweiten Jahreshälfte den Probebetrieb starten, um im kommenden Jahr vom alten dorthin umzuziehen. Das alte Sanitätszentrum soll dann zu einem Schulungszentrum mit Lehrsälen umgebaut werden. Ende dieses und Anfang nächsten Jahres sollen zwei Unterkunftsgebäude abgerissen werden, um neue bauen zu können. Was weitere Bauvorhaben anbetrifft, so habe Corona diese nicht beschleunigt, sagte Kück. Unter anderem sei noch ein zentrales Logistiklager im ehemaligen an die Südpfalz-Kaserne unmittelbar angrenzenden Luftwaffen-Meterialdepot geplant. Das Gesamtinvestitionsvolumen für die Kaserne beziffert Kück auf rund 100 Millionen Euro.

Kompanie kommt

Wenn die erforderliche neue Infrastruktur in Germersheim geschaffen ist, dann soll eine der beiden in Roth stationierten Ausbildungskompanien in die Südpfalz-Kaserne umziehen, während die andere aufgelöst werden soll. Das Zieldatum hierfür sei derzeit das Jahr 2026. In Roth werde derweil schon ein neuer Campus mit Lehr- und Unterkunftsgebäuden aufgebaut, weil die Offiziersschule von Fürstenfeldbruck an den Standort an der Rednitz verlegt werden soll.

In der Südpfalz-Kaserne hat sich schon einiges verändert. Aber es gibt noch weitere Pläne für die Liegenschaft am Stadtrand (unt
In der Südpfalz-Kaserne hat sich schon einiges verändert. Aber es gibt noch weitere Pläne für die Liegenschaft am Stadtrand (unten).
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