Germersheim / Kandel RHEINPFALZ Plus Artikel Mehr Arztpraxen in Asklepios-Südpfalzkliniken

Im Bereich der Germersheimer Asklepios-Klinik soll im April eine Hausarztpraxis öffnen.
Im Bereich der Germersheimer Asklepios-Klinik soll im April eine Hausarztpraxis öffnen.

Die beiden Kliniken im Kreis müssen sich verändern, damit langfristig beide Standorte eine Zukunft haben. Dazu gehört, dass immer mehr medizinische Versorgungszentren gegründet werden.

Wenn langfristig zwei Standorte für Kliniken im Landkreis gehalten werden sollen, sind strukturelle Veränderungen notwendig. Das sagt der Geschäftsführer der Asklepios-Kliniken in Germersheim und Kandel, Frank Lambert. Denn die Kliniklandschaft wird sich verändern, lautet seine Prognose. Unter anderem werde die Lage auf dem Arbeitsmarkt dazu führen, dass nicht mehr alle Standorte gehalten werden können. „Allein die Pflege wird das entscheiden.“ Deshalb: „Wenn wir uns nicht verändern, verändern andere uns.“

Häuser entwickeln sich unterschiedlich

Um dieser Entwicklung zuvor zu kommen, sollen beide Häuser einen unterschiedlichen Fokus bekommen. Das bedeutet konkret: Die Klinik in Kandel spezialisiert sich auf die Akut- und Notfallversorgung, die Klinik in Germersheim legt den Fokus auf Fachabteilungen. An beiden Standorten werden verstärkt Praxen in der Form von medizinischen Versorgungszentren öffnen.

In Germersheim soll die Grundversorgung natürlich weiter gewährleistet sein, sagt Lambert. Außerdem sind an diesem Krankenhaus die Fachabteilungen für Neurologie mit dem Fokus auf Frührehabilitation, die Orthopädie sowie die Psychosomatik angesiedelt. Dazu kommt eine Basisversorgung im Bereich der Inneren Medizin. Ein Beispiel für die künftige Aufgabenteilung: Der Beinbruch wird weiter in Germersheim behandelt, der Oberschenkelhalsbruch jedoch in Kandel.

Inzwischen wurden an beiden Standorten sogenannte medizinische Versorgungszentren (MVZ) gegründet. Diese sind jeweils eine 100-prozentige Tochter der Südpfalzkliniken. Seit 2020 wurden von diesen MVZ schon verschiedene Kassensitze gekauft und eingerichtet. An die Kandeler Klinik wurden so je eine Praxis für Kardiologie, Neurologie, sowie für Urologie angedockt.

Hausarztpraxis ab April 2022

In Germersheim gibt es schon eine Praxis für Hals- Nasen-Ohrenmedizin auf dem Klinikgelände. Nun sollen als MVZ eine Hausarztpraxis und eine Einrichtung für Gastroenterologie dazu kommen. Das bedeutet für die Patienten: Sie haben in diesem Fachbereich eine Praxis als Anlaufstelle. Die Ärzte wiederum sind über das MVZ bei Asklepios angestellt und haben teilweise Belegbetten in der jeweiligen Klinik.

Jüngster Neuzugang ist der Internist und Gastroenterologe Jochen Morgenthaler, der die Praxis von Rainer Westphal übernommen hat. Vor Ort können in Germersheim Spiegelungen und kleine Eingriffe übernommen werden. „Als Belegarzt entscheidet Morgenthaler dann, ob ein Patient besser eingewiesen und stationär behandelt werden sollte“, erläutert Lambert. Die Hausarztpraxis an der Germersheimer Klinik wird von der Ärztin Rita Bangert Semb eingerichtet. Die Medizinerin hat unter anderem schon in Wiesloch und Walldorf Hausarztzentren etabliert. Starttermin in Germersheim soll, Stand Februar, zum 1. April 2022 sein.

Germersheim verliert Betten

Derzeit gibt es in Germersheim noch 130 Betten, allerdings wird der Standort wohl chirurgische Betten abgeben. Dafür richtet sich der Fokus auf die neurologische Frührehabilitation. In Kandel soll es bei zirka 190 Betten bleiben.

Insgesamt arbeiten an beiden Standorten 650 Mitarbeiter. Im Bereich der Pflege gebe es derzeit 20 ausgebildete Kräfte mehr als im Vorjahr, so Lambert. Diese stammten vor allem von den Philippinen und aus Serbien.

x