Kreis Germersheim Leserbriefe an die Lokalredaktion Germersheim-Wörth:
Wie kann eine Partei, die sich „Die Partei“ nennt und gegen Sperrungen auf Straßen und Knotenpunkten demonstriert, selbst die Rheinbrücke am Feiertag sperren lassen? Das ist absolute Wahlpropaganda. Diese Partei kennt kein Mensch. Die Kreisverwaltung willigte der Sperrung zu. Wir Bedienstete der Autobahn- und Straßenmeisterei Kandel müssen nun am Feiertag diesem Gesuch folgen. Solch ein unnötiger Quatsch ist total überflüssig. Sind Mitarbeiter der Verwaltung beim Streik auch dabei? Nein, ist ja Feiertag. Wir müssen sperren und unsere Freizeit opfern. Auch wir haben Familie und wollen an Ostern einwenig Ruhe haben. Selbst die Demos wegen der zweiten Rheinbrücke werden kein Erfolg haben. Die Politik ist sich nicht einig. Nur bei den Diätenerhöhungen haben sich alle lieb. Deshalb werden wir am Pfingstmontag auch sperren. Die Demo heißt: Sperrung der Rheinbrücke zur Erhaltung des Bienwaldregenwurmes. (...) Die Problematik, die sich bei dem Thema „Abriss eines Fachwerkhauses im Hinterstädtel“ immer wieder stellt, kommt unserer Meinung nach durch ein fehlendes Gesamtkonzept und die baulichen Teilgenehmigungen zustande. Hier lässt man baulich bestehendes außer Acht und schafft damit, dass diese Gebäude unattraktiv werden, verfallen und für Käufer letztendlich nicht mehr von Interesse sind. Verstärkt wird dies auch durch die direkte Lage dieser einzelnen Häuser an der Straße ohne Verbindung zum hinteren Bereich. Dass Ämter sich gegenseitig die Zuständigkeit zuschieben, ist nicht glaubwürdig und hilft hier nicht weiter. Es gibt viele Bürger, die am Erhalt des Ensembles im Hinterstädtel interessiert sind. Bei Entscheidungen auch diese mit einzubeziehen, wäre eine gelebte Bürgerbeteiligung! Wir haben vor zwei Jahren mit großem Engagement vieler Bürger „750 Jahre Jockgrim“ gefeiert. Ebenso findet alle zwei Jahre das Hinterstädelfest statt und das historische Hinterstädtel steht im Mittelpunkt. Viele Besucher aus nah und fern fühlen sich an solchen Tagen in den alten Stadtmauern und in den Höfen der alten Gebäude wohl. Vor Ort brauchen wir politisch Verantwortliche und Bürger, die erkennen und sich bewusst sind, welcher Schatz das Hinterstädtel mit der Kombination aus geografischer Lage und noch teilweise vorhandener historischer Bausubstanz ist und welches Potenzial sich hier bietet. Nur so kann sich auch wieder Heimatgefühl entwickeln, wie es schon vor Jahren von einer hier lebenden Bildhauerin formuliert wurde. Es gibt viele Beispiele in unseren Nachbargemeinden, wo dies gelungen ist, zum Beispiel in Kandel, Herxheim, Rheinzabern oder auch Neupotz mit der Umgestaltung des Platzes vor der Kirche und der Neugestaltung von Fachwerkhäusern und der gelungenen Eingliederung von gut gestalteten Neubauten. Und dabei besteht doch für die Denkmalzone Hinterstädtel seit Jahren eine Erhaltungs- und Gestaltungssatzung. Diese hat auch das Ziel, die noch vorhandene historische Bausubstanz zu schützen und zu erhalten. Dies gilt auch für die Erhaltung der Gebäude in der ehemaligen Dorfmitte gegenüber der Kirche mitten im Hinterstädtel. Bei der Einfahrt in den Ort stehen genau diese im Blick. Es muss befürchtet werden, wenn ein solches Ensemble einfach abgerissen wird das hier eine Art Katalysatoreffekt eintritt. Aus sogenannten wirtschaftlichen Gründen werden dann weitere Objekte abgerissen. Vor Jahrzehnten haben Studenten mit ihren Professoren aus Darmstadt Ideen für die Gestaltung des alten Ortskerns von Jockgrim entwickelt. Hierzu gab es eine viele beachtete Ausstellung im Zehnthaus. Sind diese Arbeiten noch im Jockgrimer Archiv vorhanden? Wir hoffen sehr und appellieren an die Verantwortlichen, dass ein Abriss des Fachwerkhauses Ludwigstraße 20 trotz bereits hergestelltem mehrheitlichem Einvernehmen der Ortsgemeinde verhindert wird und uns Abschiede von historischen Gebäuden erspart bleiben. Der Erhalt historischer Gebäude wäre ein wichtiger Beitrag zur Förderung des Geschichtsbewusstseins in unserer Gesellschaft und bei allen, die nach uns kommen. Laut Aussage von Herrn Metz will er künftig die Laster aus den Ortsdurchfahrten verbannen, eine Gemeinde könnte dies nicht alleine schaffen; es fehle hierzu eine Allianz. Ich frage mich, ob es Herrn Metz entgangen ist, dass wir von der „Bürgerinitiative Verkehr“ zusammen mit den Ortsgemeinden und der Verbandsgemeindeverwaltung Bellheim dies schon seit Jahren vom Land fordern. Die LKW-Sperrung ist ein zentrales Thema in unserer Arbeit. Auch führten wir viele Gespräche mit den Nachbarorten, mit Anwälten, mit Fachbehörden bis hin zum Ministerium in Mainz. Ferner haben wir den Landrat und Abgeordnete eingebunden. Wir sind gut organisiert und freuen uns auf jede Unterstützung. Allerdings war Herr Metz in all den Jahren nicht dabei!