Kreis Germersheim Leserbriefe an die Lokalredaktion Germersheim-Wörth:

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Mit Freude hatte ich gelesen, dass es eine Möglichkeit gibt, die S-Bahn nach Wörth zu verlängern, da das momentane Zugangebot mehr als mangelhaft ist. Ich kann es nicht verstehen, dass ein Zweckverband hier von Überangebot spricht. Hat eigentlich jemand gefragt, was der Kunde will? Ich kenne genug Leute, die lieber nach Kandel fahren, um dort den Halbstundentakt zu nutzen, weil die RB zuverlässiger ist als die Stadtbahn. Genauso bescheiden ist die Busverbindung von und nach Herxheim. Hier gibt es nur eine Stündliche Verbindung. Und wenn die Bahn wie so oft Verspätung hat, darf mann 45 Minuten warten, oder lässt sich abholen. Wenn der Zweckverband mehr Fahrgäste zur Stadtbahn locken möchte, dann muss er auch dafür sorgen, dass die Anbindung zu den umliegenden Gemeinden funktioniert. Das Volk will den Halbstundentakt zwischen Germersheim und Wörth mit der S-Bahn. Martin Brandl (CDU) setzt sich für zusätzliche Verbindungen mit der S-Bahn zwischen Germersheim und Wörth ein – was letztendlich ein „Halbstundentakt“ bedeutet - und löst somit ein Wahlversprechen ein. Leider greift unser Landrat Fritz Brechtel (CDU) diese Steilvorlage nicht auf, sondern verhält sich anscheinend gleich wie im Mai 2015 und schickt nur die Zusage der DB weiter an die AVG (Karlsruhe). So betreibt man ein Thema, das scheitern soll. Laden Sie, Herr Brechtel, doch endlich alle – Zweckverband Schienenpersonennahverkehr (ZSPNV), AVG, VRN – ein, um dieses Projekt „Halbstundentakt“ zu starten. Zeigen Sie, dass Sie dieses Thema unterstützen. Killerphrasen mit Kosten in zweistelliger Millionenhöhe helfen hier nicht weiter. Die Haltung des ZSPNV wird auch nicht zu einer wesentlichen Verbesserung führen: „Der Zweckverband suche bereits nach Möglichkeiten, um im Berufsverkehr morgens und abends eine umsteigefreie Verbindung von Wörth nach Mannheim anbieten zu können“ (RHEINPFALZ 4. Mai). So kann man Planer nicht motivieren. Die Zielsetzung des Projekts muss ganztags sein. Hinweise auf langfristige Verträge mit der AVG bis 2023 sind auch nicht zielführend. Nachverhandeln ist erlaubt. Und die AVG hat mit ausgefallenen Zügen (Mangel an S-Bahnen und Personal, dazu Baustellen) und ständigen Verspätungen nicht gerade gute Karten bei einem Gespräch am Runden Tisch. Hinweise auf die Gebühren wie Schienen- und Stationsnutzung sowie Betriebskosten „über Steuergeld“ helfen auch nicht weiter. Derzeit wird über Bahnlinien im Zellertal und im Wieslautertal zur Aktivierung des Ausflugsverkehrs gesprochen. Diese Projekte kosten uns Steuerzahler weitaus mehr. Wie die Pfälzer zur Arbeit nach Karlsruhe kommen, ist anscheinend von weniger großer Bedeutung. In diesem Zusammenhang auch von inkompatiblen Verkehrssystemen zu sprechen, sollte auch kein Hinderungsgrund sein. Hier geht es um 15 Zentimeter höhere Einstiege bei der S-Bahn. Für Behinderte sicherlich ärgerlich, aber dafür umsteigefrei in Germersheim. „Letztlich stellten die zusätzlichen Züge (…) ein Überangebot dar“ (RHEIPFALZ 4. Mai). Wenn die Attraktivität auf dieser Strecke steigt (Zugfrequenz und Pünktlichkeit, aber auch wegen der vielen bestehenden und noch zu erwartenden Verkehrsstaus auf der Rheinbrücke), dann wird die Nutzung steigen. Der ZSPNV spricht angeblich von „populistischen Vorschlägen“. Das Thema ist sicherlich nicht einfach. Aber hier fehlt anscheinend der Wille. Sicherlich wurden vor zehn oder fünfzehn Jahren auch teure Fehler begangen. Nach vorne schauen und Lösung suchen ist angesagt. Eigentlich wollte ich ja wegen diesem Thema keinen Leserbrief mehr verfassen, da ich das leidige Pendeln über 35 Jahre lang zwischen Landau-Qeichheim und Kernforschungszentrum (jetzt KIT Campus Nord) leidvoll über mich ergehen lassen musste. Mit dem Auto sowie mit der Bahn war dies nicht gerade schön. Immer wieder frage ich mich, warum muss der Abzweig bei AS Kandel-Mitte L549/K10 wieder auf die Südtangente zurück. Während meiner Überfahrten teilte sich der Verkehr über die Rheinstraße zu Siemens, vorher aber über die Sudetenstraße um von dort über die B36 in Forschungszentrum und weiter ins Industriezentrum Blankenloch Nord zu kommen. Also jetzt von Jockgrim direkt zur Rhein-Brücke - B36. Dann ist der nördlich fließenden Verkehr doch schon mal weg. Warum ist bis jetzt das zweite Gleis Winden Wörth noch nicht gelegt, war meine Frage an den damaligen Landesvater Kurt Beck. Er schnaubte, das sei viel zu teuer. Meine Antwort darauf: „Aber 580 Millionen in den Sand setzen, das können S i e!“ Darauf wurde er sehr grantig und wandte sich ab. So ein frecher Untertan ist ihm scheint´s noch nicht begegnet. Des Weiteren habe ich die Karlsruher Manager darauf aufmerksam gemacht, dass die Pfälzer, wenn sie an den Gleisen 101/2 aussteigen müssen, in einem schmalen Pfad hineingezwängt werden, und erst mal in die Haupthalle des Hauptbahnhofs Karlsruhe gedrängt werden bei Gegenverkehr auf der Zugangstreppe. Wenn da mal Panik ausbricht, nicht auszudenken was dann abläuft. Ich habe den hohen Herren auch folgenden Vorschlag gemacht: Es gibt vor dem Gebäude links einen Durchgang, wo man eine Treppe bauen könnte, um einen Teil des Pendlerstroms direkt auf den Vorplatz zu den Straßenbahnen gelangen zu lassen. Bis heute warte ich auf Antwort, aber die SF haben ja wichtigeres zu tun als von einem dahergelaufenen Passagier belästigt zu werden. Übrigens, nach 1989 durften wir sogar in den Genuss kommen, mit ehemaligen muffigen Wagen der Ex-DDR DRB unsere Pendlerbewegungen durchzuführen. Die Pannen und Weichen, Signale und Eingleisigkeit daraus resultierende Verspätungen will ich gar nicht nennen.

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