Leserbriefe an die Lokalredaktion Germersheim-Wörth
Leserbriefe
„Selbst dran halten“
Obwohl die Schilder deutlich sichtbar auf die Geschwindigkeitsbeschränkung von 30 Stundenkilometer hinweisen, könnte man meinen diese sind nicht vorhanden. Es wird Gas gegeben was die Karre hergibt und wenn es nur wegen 50 Meter bis zum nächsten in einer markierten Parkbucht abgestellten KFZ ist.
Und es sind nicht mehr nur „Poser“ mit fehlgeleitetem Ego. Die Raserfraktion ist durchaus paritätisch besetzt. Ob angejahrtes „Mamataxi“, Oberklassefahrzeug oder sogar LKW. Es wird ohne Rücksicht auf Biegen und Brechen gefahren. Anwohner? Die sollen das Maul halten und den täglichen bis an die Schmerzgrenze reichenden Lärm und die permanente Gefährdung gefälligst hinnehmen.
Und wieder lesen wir den stereotypen altbekannten Satz aus dem Mund eines Polizeibeamten: Es ist kein Unfallschwerpunkt. Wenn ich recht erinnere werden derzeit Tempo 30-Zonen hauptsächlich deshalb eingerichtet um die Anwohner wirkungsvoll vor dem ständig stärker werdenden Verkehrslärm zu schützen. Dazu brauche ich keinen „Unfallschwerpunkt“, da reicht eine Lärmberechnung.
Viele Anwohner sind aufgrund des Lärms und der ständigen Gefährdung durch viel zu schnell fahrende Fahrzeuge in ihrer Lebensqualität massiv eingeschränkt, teilweise auch erkrankt. An einen gemütlichen Plausch am Hoftor oder eine Kaffeenachmittag im Hof oder Garten der zur Straße liegt ist seit Jahren nicht mehr zu denken. Und nein, wir sind keine überempfindlichen weltfremden Zugezogenen sondern Menschen die genauso viel Lebensqualität verdienen wie andere in den Neubaugebieten auch. Wer das in Frage stellt hat charakterlich sowieso ein ernsthaftes Problem.
Wie Herr Lezinski in seinem Kommentar richtig feststellt: Es besteht Handlungsbedarf, dringend und sofort! Seit Jahren ist das Problem bekannt. Geredet wurde viel, getan so gut wie nichts. Wir Anwohner in den Anrainergemeinden der B 272 erwarten ein Durchgreifen mit aller Härte gegen Fahrzeuglenker die unsere Ortsdurchfahrten als rechtsfreien Raum- und Tempo 30-Schilder als unnötiges Straßenmobiliar betrachten. Wer in einer Tempo 30-Zone nach Toleranzabzug mit 45 Stundenkilometer gemessen wird macht das vielleicht noch aus Versehen, wer mit über 50 Stundenkilometer „durchballert“ macht das vorsätzlich und muss die volle Härte des Gesetztes zu spüren bekommen und wer mit über 100 Stundenkilometer erwischt wird dem sollte noch vor Ort Autoschlüssel, Fahrzeug und Führerschein abgenommen werden um die Allgemeinheit vor solchen verrohten Individuen zu schützen.
Und ein Appell zum Schluss: Wenn jeder der vor seinem Haus Ruhe und 30 Stundenkilometer haben will sich vor anderen Häusern und in anderen Orten dran hält ist schon viel gewonnen. Probieren Sie es mal. Sie kommen entspannter ans Ziel und die Anwohner werden es Ihnen mit einem Daumen hoch und einem Lächeln danken.