Kreis Germersheim „Lernfabrik 4.0“ für digitale Ausbildung an Berufsbildender Schule

Demonstration einer „Lernfabrik 4.0“ an der Heinrich-Hertz-Schule in Karlsruhe.  Archivfoto: Iversen
Demonstration einer »Lernfabrik 4.0« an der Heinrich-Hertz-Schule in Karlsruhe. Archivfoto: Iversen

Die Berufsbildende Schule Germersheim-Wörth will in Sachen Industrie 4.0 Pilotprojekt für Rheinland-Pfalz werden. Aus purer Notwendigkeit. „Es geht um die Sicherung der Aus- und Weiterbildung in der von Handwerk und Industrie geforderten Qualität“, sagte Schulleiter Rainer Sprotte am Montag. Oder: Die Digitalisierung verändert viele Berufsbilder. Es geht darum, die Ausbildung in Metall- und elektrotechnischen Berufen so zu gestalten, dass die Absolventen die vernetzten selbstfahrenden Anlagen des Industriezeitalters 4.0 (Internet der Dinge) verstehen, warten und steuern können.

Digitales Arbeitsleben trainieren



„Digitalisierung verändert Arbeitsprozesse und damit auch die Tätigkeiten der Berufsbilder“, sagte Schuldezernent Christoph Buttweiler (CDU). In der Aus- und Weiterbildung müssten deshalb Elemente des digitalen Arbeitslebens trainiert werden.
Für die Berufsbildende Schule bedeutet das, den Kfz-Standort Germersheim für Elektromobilität und Hochvolttechnologie auszubauen. Der Standort Wörth mit rund 400 Auszubildenden von Mercedes-Benz soll mit einer „Smart Factory“ die Lernfabrik 4.0 werden. Diese „Smart Factory“ simuliert verkleinert aber voll funktionsfähig einen vernetzten Produktionsprozess. Vom Transport aus dem Hochregallager über die Bearbeitung mit bohren, fräsen, kleben oder Ähnlichem bis zu Qualitätskontrolle und Transport in den Vertrieb, läuft die „Smart Factory“ völlig ohne menschliches Zutun – wenn sie richtig programmiert, eingestellt und gesteuert ist.

1,3 Millionen Euro werden gebraucht



In ersten Gesprächen, so Sprotte, habe Daimler bereits signalisiert, Teile der „Smart Factory“, die auf die Bedürfnisse des Lkw-Werkes zugeschnitten sind, beizusteuern. Insgesamt werden die Kosten für eine „Smart Factory“ auf rund eine Million Euro geschätzt. Für den Ausbau des Standortes Germersheim mit Kfz-Schwerpunkt werden weitere 300.000 Euro benötigt.

Baden-Württemberg ist besser aufgestellt


Landrat Fritz Brechtel (CDU) verwies auf das Nachbarland Baden-Württemberg, wo diese digitale Ausbildung besonders gefördert und 16 Berufsbildende Schulen mit „Smart Factorys“ ausgestattet wurden. Er hoffe auf ähnliche Unterstützung aus Mainz und auch die regionalen Hightech-Unternehmen sollten ihr Scherflein zum digitalen Ausbau der Berufsbildenden Schule beisteuern.
Der Kreisausschuss unterstützt dieses Vorhaben einstimmig. Im Lauf des kommenden Schuljahres sollen die Weichen für die „Lernfabrik 4.0“ an der Berufsbildenden Schule gestellt werden. Brechtel: „Wir wären dann ein Leuchtturmprojekt mit Auswirkung auf die Wissenslandschaft in ganz Rheinland-Pfalz“.

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