Kreis Germersheim Laura Stadel ist neuntes „Knillsemer Kätzel“
Mit bürgerlichem Namen heißt sie Laura Stadel, ist 21 Jahre jung, liebt Tiere, mag Musik, arbeitet im Rettungswesen – und ist das 9. Knillsemer Kätzel. Bei ihrer Inthronisierung am Freitagabend weist Laura I. auf ihre Besonderheit hin: „Ich bin das erste Kätzel, das zur Hälfte Ottersheimer Blut in sich trägt.“ Schmunzelnd fügt sie an: „Ob das gut ist, darüber kann man sich streiten.“ Klar ist dagegen ihre Mission: „So, wie wir in der Familie Ottersheim und Knittelsheim zusammenbringen, wünsche ich mir das auch für alle Einwohner.“
Wer folgt Sarah Schwarz nach? Die Spannung im Gemeindehaus liegt förmlich in der Luft. Licht aus. Spots an. Musik ab. „Wer wird es sein?“, spannt Ortsbürgermeister Ulrich Christmann die Wartenden weiter auf die Folter. Gebannt blicken die 70 Anwesenden zur Bühne. Um 21.18 Uhr öffnet sich endlich der rote Vorhang: Laura strahlt majestätisch. Das Publikum klatscht, ist von der Neuen begeistert. Vorgängerin Sarah I. überreicht ihr Zepter, Schärpe und Krone. Dann spricht Laura zum Katzenvolk, verspricht, „mit Herzblut unser schönes Dorf würdevoll zu vertreten“ – und hofft auf „viele schöne, positive Erfahrungen und Bekanntschaften“ in ihrer zweijährigen Amtszeit. „Tiere sind meine große Leidenschaft. Ich gehe fast täglich in Bellheim reiten“, erzählt die hübsche Hoheit, die vielseitig engagiert ist. Seit ihrem achten Lebensjahr spielt sie Klarinette im Musikverein Ottersheim, seit ihrer Kommunion bis zum Alter von 18 Jahren war sie Messdienerin und auch im Leitungsteam tätig. Die Messdiener-Freizeit organisiert sie immer noch mit. Sportlich ist sie auch: Während der Schulzeit kickte Laura für die Damenmannschaft des TuS. Nach dem Abitur an der Maria-Ward-Schule Landau absolvierte sie ein freiwilliges soziales Jahr im Rettungsdienst. Derzeit macht sie eine Ausbildung zur Notfallsanitäterin bei der Rettungswache Kandel. Zudem ist sie ehrenamtlich in der Ottersheimer First Responder-Gruppe tätig. „Ich bitte euch, den Puls niedrig zu halten, damit ich nicht in den Einsatz muss und wir den Abend genießen können“, sagt sie. Laura I. betont, erfreut und überrascht gewesen zu sein, als Christmann sie gefragt habe, ob sie Kätzel werden wolle: „Nach kurzer Bedenkzeit und Rücksprache mit meinen Eltern habe ich mich dafür entschieden, das Amt von meiner Freundin Sarah zu übernehmen.“ Apropos Sarah: Ihr fällt der Abschied nicht leicht. „Ich bin so aufgeregt“, gesteht sie, bevor sie auf ihre erlebnisreiche Amtszeit und „tolle Erfahrungen“ zurückblickt. Den Besuch des Reichstags und das Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel, aber auch die Oldtimerausfahrten – und die Auftritte in Ottersheim, wo sie als Erzieherin arbeitet, nennt sie neben dem Tannenbaumweitwurfwettbewerb in Hatzenbühl als Höhepunkte. Sarah dankt allen, die ihr das Amt zugetraut, an sie geglaubt und sie beraten haben. „Wir waren eine super Truppe, hatten viel Spaß. Es war eine schöne Zeit mit euch“, ruft sie den sieben Südpfalz-Hoheiten zu. Die verabschieden sich von Sarah und beschenken sie. Hatzenbühls Tabakkönigin Eva I. gibt die Komplimente zurück: „Mit dir wurde es nie langweilig.“ Auch Christmann dankt Sarah I. für deren Einsatz zum Wohle der Gemeinde: „Du hast das blendend geschafft.“ Das scheidende Kätzel freut sich, dass Laura ihr nachfolgt: „Es hätte keine Bessere geben können.“ Ihr Tipp an sie: „Du darfst dich entwickeln, aber nicht verändern!“