Kreis Germersheim Laster mit zwei Lenkrädern
Einen Einblick in das Unternehmen F & B Nutzfahrzeug-Technik in Hagenbach verschafften sich die rheinland-pfälzische Wirtschaftsstaatssekretärin Daniela Schmitt (FDP) und Ralf Hellrich, Geschäftsführer der Handwerkskammer Kaiserslautern. Der Vor-Ort-Termin fand unter dem Slogan „Handwerk hautnah“ statt. Geschäftsführer Hardy Bertsche gewährte einen Einblick in das Unternehmen, das in enger Zusammenarbeit mit Daimler Umrüstungen von Nutzfahrzeugen vornimmt. Rund 110 Mitarbeiter sind für die Hagenbacher Firma tätig, die international aktiv ist. „Unsere individuellen Umbaulösungen sind rund um den Globus gefragt. Wir orientieren uns dabei am höchsten Niveau“, sagte Bertsche, der das Unternehmen vor etwas mehr als 20 Jahren gründete. Der gelernte Kfz-Mechaniker arbeitete 19 Jahre im Mercedes-Benz Werk in Wörth als Abteilungsleiter sowie Meister in der Lkw-Werkstatt. 1996 wagte er den Sprung ins „kalte Wasser“ in dem Nischenmarkt. Und das äußerst erfolgreich. Angetan zeigte sich Schmitt vom Wirken des Global Players aus dem Landkreis Germersheim beim Rundgang durch die Werkstätten. „Das ist hier ganz offensichtlich Handwerkskunst vom Feinsten – jenseits von Digitalisierung und Automatisierung.“ Insbesondere auch der Werdegang des Firmengründers beeindruckte Handwerkskammer-Chef Hellrich. „Man sieht einfach was für enorme Chancen das Handwerk bietet, wenn man sie zu nutzen weiß. Dieses Unternehmen ist dafür ein hervorragendes Beispiel. Man muss nicht immer die akademischen Weihen suchen. Auch die vielen Fachkräfte machen hier einen tollen Job.“ Die Produktpalette von F & B Nutzfahrzeug-Technik in der Um- respektive Ausrüstung erstreckt sich unter anderem von Hydraulikanlagen über den Einbau von Standheizungen, modernsten Elektroniksystemen, dem Versetzten von Kraftstoff-Tanks oder Auspuffanlagen bis hin zu Lackierungen bei Nutzfahrzeugen und Transportern. Service-Leiter Andreas Rappold berichtete, dass man in gerade mal zwölf Wochen einen Prototyp (Müllfahrzeug) für Australien mit zwei Lenkrädern kreierte. Das Modell präsentierten die Hagenbacher auf einer Messe in Melbourne. Feuerwehr-Wechsellader werden ebenso den Kundenwünschen entsprechend umgebaut wie beispielsweise Räumfahrzeuge, die Schneepflug oder eine neue Beleuchtung erhalten. Selbst für die Erdölförderung in Sibirien haben die Südpfälzer High-Tech-Schrauber schon Vehikel umgerüstet. „Bei uns kommt der Umbau aus einer Hand – und das in enger Partnerschaft mit Daimler. Dies ist auch der Grund, warum wir hier in Hagenbach sind. Logistisch ist für uns die Nähe zu Mercedes sehr wichtig“, betonte Bertsche, der das Unternehmen gemeinsam mit Stefan Gerber leitet. Wichtig ist Firmengründer Bertsche auch die Aus- und Weiterbildung seiner hochspezialisierten Fachkräfte. „Ich habe ja selbst eine sehr gute Ausbildung genossen. Das geben wir gerne weiter. Wir brauchen nämlich Mitarbeiter auf höchstem Niveau.“