Kreis Germersheim Kurz notiert: Lustadt: April, April – Kein Heilwasser

Placeholder-Image

So mancher Südpfälzer wird jetzt enttäuscht sein: Nein, Lustadt und die Verbandsgemeinde Lingenfeld wollen das Geothermievorhaben zwischen Bellheim, Lustadt und Westheim nicht selbst schultern und ein Themalbad nebst Hotel und Kasino bauen lassen. Es bleibt bei dem Vorhaben ein Geothermiekraftwerk zu errichten. Alle, na ja, fast alle, haben es gleich gewusst, dass es ein Aprilscherz war, der da am Samstag in der RHEINPFALZ stand. Und so kam auch am Samstagnachmittag kaum einer zum Treffpunkt an die Westheimer Holzmühle, um die Thermalquelle zu besichtigen. Wem sonst noch das eine oder andere in der GERMERSHEIMER RUNDSCHAU am Samstag komisch vorkam, der sei hiermit beruhigt: Es gab keinen weiteren Aprilscherz – zumindest keinen beabsichtigten. In puncto geplantes Geothermiekraftwerk zwischen Bellheim, Westheim und Lustadt sollen keine vorschnellen Entscheidungen getroffen werden, die unumkehrbare Auswirkungen für die Südpfälzer und ihre Umwelt haben. Diesen Appell hat Landrat Fritz Brechtel in einem Schreiben an die beteiligten Behörden, das Landesbergbauamt, Wirtschaftsministerium und den Projektbetreiber gerichtet, teilte die Kreisverwaltung mit. Brechtel verweise auch auf die große Ablehnung in der Bevölkerung nach den negativen Auswirkungen der Geothermieprojekte in Landau und Insheim. Wie bewertet das Bundesverteidigungsministerium die geplante Erweiterung des Germersheimer US-Depots von 70 auf 1900 Tonnen? Welche Stoffe sollen dort in welchen Mengen gelagert werden? Unter welchen Umständen beabsichtigt sich die Bundesregierung formell zu positionieren und auf eine Ablehnung des Projekts hinzuwirken? Das möchte der Bundestagsabgeordnete Alexander Ulrich (Linke, Kreis Kaiserslautern) von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) wissen, wie er in einer Pressemitteilung informierte. Viele Bürger seien sehr besorgt hinsichtlich etwaiger Gesundheitsrisiken, Umweltschäden sowie der Gefahr von Terroranschlägen. Den Bürgern soll zum Thema „Erweiterung des Gefahrstofflagers im Germersheimer US-Depot“ ein Rahmen angeboten werden, der es ihnen ermöglicht, egal, in welchem Stadium das Projekt auch gerade sein mag, direkt Fragen zu stellen und diese beantwortet zu bekommen. Das fordert die Landtagsabgeordnete und SPD-Kreisvorsitzende Barbara Schleicher-Rothmund (Rheinzabern) von der Kreisverwaltung. Sie frage sich selbst, warum das Lager so stark ausgebaut werden soll, nämlich von 70 auf 1900 Tonnen, und welche Szenarios es für einen möglichen Störfall gibt, wie dann Zuständigkeiten zum Beispiel bei der Feuerwehr geregelt sind. Alle ihre Fragen habe sie an das Umwelt- und Innenministerium in Mainz geschickt, schreibt die Abgeordnete. |gs

x