Kreis Germersheim „Kunstrasenplätze sind Luxusprojekte“

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Im Sportfördergesetz (Paragraf 4 Absatz 1 Nr. 1) steht, dass auch Sondersportanlagen Sport-, Spiel- und Freizeitanlagen im Sinne dieses Gesetzes sind. In der dazugehörigen Verwaltungsvorschrift seien Tennis- und Schießsportanlagen sogar eigens aufgeführt. Somit stimme die Aussage von CDU-Fraktionssprecher Jürgen Weber nicht, dass der Vergleich von Kunstrasenplätzen mit Anlagen von Schützen oder Tennisspielern unangebracht sei. Dies entgegnet die Wörther SPD in der Diskussion um die Kunstrasenplatz-Pläne für Büchelberg und Maximiliansau (wir berichteten mehrfach). Zudem habe die Stadt nach der Landesverordnung zur Erstellung von Sportstätten ihre Verpflichtung zur Errichtung von Sportanlagen und zur kostenfreien Zur-Verfügung-Stellung in Büchelberg mit zwei Sportplätzen erfüllt – gemessen an der zugrunde zu legenden Einwohnerzahl sogar „übererfüllt“. Im Februar habe Bürgermeister Harald Seiter (CDU) auf Vorschlag der SPD-Fraktion den Antrag der CDU-Fraktion auf sofortige Einstellung von Haushaltsmitteln für den Bau von Kunstrasenplätzen in Maximiliansau und Büchelberg - und deren Bau spätestens 2017 zu beginnen – bis zu den Haushaltsberatungen 2017 zurückgestellt, was einstimmig angenommen wurde. Der Stadtrat habe die Verwaltung beauftragt zu planen, Kosten zu ermitteln und neue Zuwendungsanträge zu stellen. Da die dafür erforderlichen Nutzungsstunden von beiden Fußballvereinen nicht erbracht werden konnten, hatten sich die Förderanträge erledigt. Die Kosten wurden bekanntlich mit fast 600.000 Euro für Büchelberg und 540.000 Euro für Maximiliansau ermittelt, so die SPD. Nach langen kontroversen Diskussionen im Hauptausschuss wurde von der für den Sport zuständigen Beigeordneten Ursula Radwan (Grüne) der Vorschlag eines Kostenvergleichs zwischen dem Umbau zum Kunstrasenplatz und der Unterhaltung des Hartplatzes gemacht und auch beschlossen. Diesen hat die Bauabteilung erarbeitet. „Dabei wurde uns mitgeteilt, dass die Decke des Hartplatzes 2014 für 21.000 Euro saniert wurde, vier bis fünf Jahre hält und der Hartplatz momentan ordentlich bespielbar ist“, so die SPD. Deshalb sei die SPD der Auffassung, diesen Zeitraum weiterhin zu nutzen. Warum solle bei jährlichen Unterhaltungskosten von 16.000 Euro ein intakter Hartplatz durch einen Kunstrasenplatz für fast 600.000 Euro ersetzt werden? Dies wäre eine Verschwendung von Steuergeld, so die SPD Das Drängen der SPD auf die Erstellung eines Kunstrasenplatzes in Wörth war dagegen ganz anders gelagert. Der Hartplatz war schon zwei Jahre gesperrt, weil er kaputt war und sogar Verletzungsgefahr bestand. So stand nur der Rasenplatz für zahlreicher Gruppen (Fußball, Leichtathletik, Radsport und mehrere Schulen) zur Verfügung. Deshalb habe eine kritische Sichtweise auf den vorgeschlagenen Kunstrasenplatz in Büchelberg überhaupt nichts mit „Täuschen der Öffentlichkeit“ – so Weber – zu tun und auch nicht mit einem „Vermengen“ der Vereinsförderrichtlinien der Stadt Wörth. Allerdings sind für die SPD 600.000 Euro in diesem Fall aufgrund der angeführten Gegebenheiten ein Luxusprojekt. Eine ähnliche Diskussion sei im Ortsgemeinderat Zeiskam geführt worden – der dortige Fußballclub spiele übrigens noch zwei Klassen über Büchelberg in der Verbandsliga. Von der SPD wurden auch keine Jugendspieler unterschlagen, wie der 2. Vorsitzende des FC Büchelberg behauptet, schreibt die SPD. Vielmehr wurden lediglich die vom Jugendfußballverein Südpfalz mitgeteilten Zahlen vorgetragen. Dessen 2. Vorsitzende Martin Arnold schrieb auch, dass diese Zahlen schwankend seien und nur einen Querschnitt darstellen würden – dies wurde vom SPD-Fraktionsvorsitzenden im Stadtrat exakt wiedergegeben, so die SPD. Verwunderlich sei eher, dass die CDU im Stadtrat angeführt hat, Büchelberg solle Sportförderzentrum werden – jedoch offenbar ohne alle Vereine der Spielgemeinschaft über die Folgen zu informieren. „Oder war dieses Argument nur vorgeschoben, weil offenkundig ist, dass keine Kommune sich den Luxus erlauben kann, für nur zwei im Ort trainierende Jugendmannschaften und zwei aktive Mannschaften einen Kunstrasenplatz zu bauen? “, fragt die SPD. Nicht nachvollziehen kann die SPD die Angriffe des CDU-Fraktionsvorsitzenden Weber auf Bürgermeister Dennis Nitsche (SPD) und die SPD-Fraktion. „Anstelle von Sachargumenten setzen einige CDU-Mitglieder nun offensichtlich darauf, andere Meinungen und den neuen Bürgermeister zu diskreditieren“, so der Vorwurf der SPD. Der Bürgermeister trage - wie sein Vorgänger - Verantwortung für die Gesamtstadt und ihre Finanzen. Dass die CDU und Teile der Grünen sich nun von einer soliden Haushaltspolitik – zumindest was die Schaffung von Kunstrasenplätzen angeht - verabschiedet haben, sei für die SPD nicht nachvollziehbar. Dabei bekomme die SPD in Wörth in Gesprächen und Telefonaten großen Zuspruch für ihre Haltung - auch von CDU-Mitgliedern. Nicht vergessen sollte man dabei auch, dass viele Vereine in Wörth ebenso eine gute, soziale und integrative Arbeit ohne Zuschüsse in dieser Größenordnung machen, so die SPD. |rhp

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