Kreis Germersheim Kreis Germersheim: Wassermassen in den Straßen
Starkregen und Hagel haben am Samstagabend in einigen Gemeinden für überschwemmte Straßen und Keller gesorgt. Eine Spur der Autobahn 65 war über eineinhalb Stunden gesperrt.
Auf der A65 in Fahrtrichtung Karlsruhe ging am Samstagabend zeitweise nichts mehr: Als Folge des starken Regens stand so viel Wasser auf der Fahrbahn, dass zwischen den Abfahrten Kandel-Mitte und Kandel-Süd nur noch die linke Spur befahrbar war, sagte die Polizei Wörth auf Anfrage der RHEINPFALZ. Die rechte Spur musste zwischen 18.15 Uhr und 19.45 Uhr von der Autobahnmeisterei Kandel abgesperrt werden. Auch viele Autofahrer, die gerade auf der L549 auf der Höhe des Adamshofs unterwegs waren, mussten abbremsen. Einige standen an der Zufahrt zum Obsthof Zapf, bis die Scheibenwischer die Wassermassen wieder bewältigen konnten.
"Sehr lokales Ereignis"
Dabei habe es sich um ein „sehr lokales“ Ereignis gehandelt, sagt der stellvertretende Wehrführer Volker Roth. Diesmal hatte es unter anderem die Nansenstraße schwer getroffen, dort stand das Wasser zeitweise bis zu 40 Zentimeter hoch. Das oberhalb liegende Feld sei erst vor Kurzem bepflanzt worden, sagte Roth. Der starke Regen habe dann den Schlamm die Straße heruntergespült und dabei „Vorgärten verwüstet und Rindenmulch mitgenommen“. An der tiefsten Stelle seien schließlich Keller vollgelaufen. Eine Kellerwohnung sei „total verwüstet und nicht mehr bewohnbar“. Die Kandeler Wehr war ab 18.44 Uhr mit der Unterstützung von Wehren aus anderen Orten der Verbandsgemeinde Kandel fünf Stunden im Einsatz.
Nach einer Stunde vorbei
„Nach rund einer Stunde war die Sache vorbei“, sagte RHEINPFALZ-Leser Erhardt Vortanz aus Zeiskam. Er hatte der Redaktion mehrere Bilder von dem überschwemmten Straßenzug in Zeiskam geschickt. Vortanz nimmt das Unwetter relativ gelassen: „Wir sind erprobt“, sagte er: „2006 und 2011 stand das Wasser mehr als 40 Zentimeter hoch.“ Am Samstagabend seien es zum Glück nur etwa 20 Zentimeter gewesen. „Unser Haus steht am tiefsten Punkt der Straße, deshalb staut sich dort der Gewitterregen“, berichtet Vortanz. Aber das Wasser sei relativ schnell über die Gullys abgelaufen. Nach dicken Regentropfen kam der Hagel, die Hagelkörner hatten einen Durchmesser von rund einem Zentimeter. „Schäden an Autos gab es meines Wissens nicht“, berichtet Vortanz. „Gefreut hat sich einer unserer Nachbarn, dessen zwei Autos unter einem nagelneu gebauten Carportdach sicher standen.“ Zumindest in Kandel wecken die Überschwemmungen Erinnerungen an den Juni 2016: Damals wurden in der Kandeler Hubhofstraße zahlreiche Keller überschwemmt, in Winden konnte sich ein junger Mann gerade noch aus einer Kellerwohnung retten. Die Verbandsgemeinde Kandel will daher ein Starkregenschutzkonzept erarbeiten.