Kreis Germersheim
Kontakt ist nicht gleich Kontakt
Was am Dienstag schon aus Vereinskreisen des TuS Knittelsheim zu hören war, hat das Gesundheitsamt am Mittwoch bestätigt: Der zweite Corona-Test, den der infizierte Spieler in Absprache mit den örtlichen Behörden gemacht hat, war negativ. Bei seiner Rückkehr aus dem Urlaub hatte sich der junge Mann am Montag der vergangenen Woche einem freiwilligen Test an der bayerischen Grenze unterzogen. Das Ergebnis - positiv - erreichte ihn viel später als zugesagt. Mehr als 65 Vereinsmitglieder wurden im Anschluss ebenfalls getestet. Am Dienstagabend kam das erleichternde Ergebnis: Keiner ist mit dem Virus infiziert.
Insgesamt hatte das Gesundheitsamt 87 Tests im Umfeld des Knittelsheimer Corona-Falls angeordnet, neben Vereinsmitgliedern waren auch Familienangehörige darunter. Bei der Ermittlung der Kontaktpersonen müsse das Gesundheitsamt – wegen der Einschränkung der Grundrechte – grundsätzlich die niedrigst mögliche Maßnahme treffen, um den gewünschten Erfolg zu erzielen. „Es handelt sich daher immer um Einzelfall-Risikoanalysen“, sagt eine Kreis-Sprecherin auf RHEINPFALZ-Nachfrage. Eine Leserin hatte – im Hinblick auf den Schulstart – Bedenken geäußert, weil unter den Kontaktpersonen auch ein Jugendtrainer gewesen sei und man die Kinder erst getestet hätte, sofern ihr Trainer infiziert gewesen wäre. So weit kam es dann ja glücklicherweise nicht.
„Das Gesundheitsamt war im Vorgehen sehr schnell, daher konnte das Testergebnis abgewartet werden“, sagt die Kreis-Sprecherin dazu. „Es handelte sich bei den Kindern um den Kontakt des Kontaktes. Für eine Folgeinfektion war das Zeitfenster zu kurz.“ Daher konnte das Ergebnis abgewartet und bewertet werden, bevor weitere einschränkende Maßnahmen hätten getroffen werden müssen. „Insofern können wir die Bedenken und Sorgen zerstreuen.“ Es gebe unabhängig von den Anordnungen des Amtes inzwischen die Möglichkeit, sich freiwillig und aus eigenem Antrieb heraus testen zu lassen, etwa in der Teststation in Landau.
Über den Knittelsheimer Corona-Fall und andere Reiserückkehrer berichtet am Donnerstag das Politikmagazin „Zur Sache Rheinland-Pfalz!“ ab 20.15 Uhr im SWR-Fernsehen.
Seit vergangenen Freitag sind im Landkreis Germersheim 17 Corona-Fälle hinzugekommen. Waren es am vergangenen Freitag noch 217 positiv getestete Personen seit Ausbruch der Pandemie, so meldete das Gesundheitsamt am gestrigen Mittwoch 234 (Stand 14 Uhr). Unter den Infizierten seien auch Reiserückkehrer. Aktuell sind noch 24 Menschen im Kreis positiv getestet, 204 sind bereits wieder gesund, sechs verstorben.
Die Anzahl der Tests in der Corona-Ambulanz des Gesundheitsamts sei zum Ferienende deutlich gestiegen, sagte eine Kreis-Sprecherin am Dienstag. Die Rülzheimer Einrichtung ist nicht öffentlich, es werden nur Leute getestet, die vom Gesundheitsamt der Kreisverwaltung dorthin verwiesen werden.