Kreis Germersheim Kommentar: Geben ist seliger

Junge Leute diskutieren auch über eine Wirtschaftsform geprägt von Schenken und Teilen.
Sie wollen weg von der Logik des Tauschs.
Vielleicht fehlt in einer Kleinstadt wie Kandel das Publikum für ein Regiotauschnetz. Aber in größeren Städten wird immer mehr über alternative Formen des Wirtschaftens diskutiert. Ich selbst habe schon häufiger von der Idee eines Lebens ohne Geld gehört. In einer Bewegung, die sich den Namen „Degrowth“ gegeben hat. Dort soll es um das Gegenteil von Wachstum gehen. Die Gründer sprechen von Suffizienz, vom richtigen Maß, von dem, was genügt. Allerdings steht die Degrowth-Bewegung eher für das Schenken und Teilen unter jungen Leuten. Von einem gemeinsamen Wirtschaften, das nicht auf der Logik des Tauschs, sondern auf dem Beitragen von Ressourcen und Fähigkeiten basiert, ist die Rede. Michael Wünstel vom Regiotauschnetz glaubt, dass ein Wirtschaften ohne Wechselbeziehungen nicht funktioniert: „Menschen möchten für etwas, das sie nehmen, auch etwas geben können. So tauchen weniger Konflikte auf.“ Ich möchte Mitglied werden. In der Tauschgruppe Kandel. Nachdem ein Konto für mich erstellt wurde, habe ich darauf aber noch keine Talente – das ist die Tauschnetz-Währung. Um von der Idee des „knappen Geldes“ weg zu kommen, könnte ich für die Verpflegung beim nächsten Tauschtreff in Wörth sorgen. Ein selbst gebackener Kuchen bringt mir ein paar Talente.
