Kreis Germersheim Kommentar: Aufgeschoben

Placeholder-Image

Ein klägliches Bild geben in der Schauffele-See-Debatte die Grünen ab.

Sie sind das Zünglein an der Waage, aber sie äußern sich nicht.

Die CDU hat sich in Sachen Schauffele-See neun Monate Zeit verschafft. Neun Monate, die sie wohl vor allem braucht, um den Verlust des Bürgermeisterpostens zu verdauen und einen Weg zu finden, wie sie konstruktiv mit der Mehrheit umgeht, die sie zusammen mit den Grünen im Stadtrat immer noch hat. Und vielleicht machen die Gutachten bis dahin wirklich die Antwort auf die Frage einfacher, was für Wörth besser ist: Gewerbe oder Sport am Schauffele-See. Die CDU hofft ja sogar darauf, dass die Gutachter dem Stadtrat die Entscheidung abnehmen. Eine klägliches Bild geben bei alledem die Grünen ab. Sie sind das Zünglein an der Waage, das ist ihnen sicher bewusst. Aber sie äußern sich nicht. Lediglich im Bauausschuss hatte ihr Vertreter Bedenken, dass ein neues Wohngebiet vielleicht zuviel zusätzlichen Verkehr mit sich brächte. Ein erstaunliches Argument, nachdem die Wörther Grünen alle Industrieansiedlungen und das damit verbundene Lastwagenaufkommen mitgetragen haben. Aber im Fall „Schauffele-See“ überlassen die Grünen die kommunalpolitische Kleinarbeit und den damit verbundenen Ärger der CDU. Sie zielen lieber aufs große Ganze: Ein Leitbild „Nachhaltiges Bauen und Wohnen in Wörth“ halten sie für unabdingbar. Konkreter Anlass war die Planung der Kulturhalle Schaidt. Bei deren Vorstellung seien die Möglichkeiten einer Photovoltaik-Anlage oder eines Fernwärmeverbunds mit der danneben liegenden Sporthalle nicht berücksichtigt worden, monierte die Grünen-Beigeordnete Ursula Radwan. Dass dem nicht so war, konnte der verantwortliche Verwaltungsmitarbeiter zwar belegen. Aber der Stadtrat stimmte dennoch einhellig dem Antrag der Grünen zu: Schließlich braucht jede Waage ein Zünglein.

x