Germersheim / Kandel
Klinikpersonal muss noch auf Impfung warten
„Personal mit besonders hohem Ansteckungsrisiko in medizinischen Einrichtungen“ gehört laut Landesgesundheitsministerium zu der Gruppe, die als erstes gegen eine Infektion mit dem Coronavirus geimpft werden soll. Einen Impftermin gibt es für die Angestellten der Südpfalzkliniken in Germersheim und Kandel allerdings noch nicht. „Das steht alles noch nicht fest“, sagt Geschäftsführer Frank Lambert.
Am 30. Dezember 2020 hätten zunächst die Häuser mit Maximalversorgung, wie das Klinikum in Ludwigshafen, Impfstoff erhalten. Wann es nun in den anderen Krankenhäusern weitergehe, hänge davon ab, wann eine entsprechende Menge an Impfstoff bereit stehe. Zunächst sollten die Menschen geimpft werden, die in sensiblen Bereich arbeiten, „Intensivbereich, Notaufnahme, Coronastationen“, zählt Lambert auf.
Warten auf den Termin
Die beiden Kliniken rechnen damit, dass sich etwa zwei Drittel der Belegschaft impfen lassen wollen. Das zeigen zum einen die Erfahrungen mit der jährlichen Influenza-Impfung. Zum anderen habe man die aktuelle Impfbereitschaft in den Abteilungen abgefragt, so Lambert. Dabei gebe es zwar Stimmen, „die eher zurückhaltend sind“. Aber gleichzeitig gebe es auch eine Nachfrage, ab wann geimpft werde.
Und was ist mit Lambert selbst? Im Westpfalz-Klinikum hatte sich Geschäftsführer Peter Förster impfen lassen, als Vorbild für die Belegschaft. Allerdings gab es auch an der Kritik an dieser Aktion, da er weder in einem sensiblen Bereich arbeitet, noch einer Risikogruppe angehört. „Ich würde mich impfen lassen“, sagt Lambert. Man gehe aber davon aus, dass die Impfbereitschaft größer sein werde, als die Menge an zur Verfügung stehendem Impfstoff. „Da sehe ich mich am Ende der Kette“, natürlich sollten Mediziner und Pflegekräfte vorher an der Reihe sein.
Isolierte Bereiche mussten vergrößert werden
Einen Tag vor Weihnachten habe es die gute Nachricht gegeben, dass die Südpfalzkliniken wieder unter den Rettungsschirm fallen, sagt Lambert. Die Lage in den beiden Häusern sei aber „durchaus angespannt“. Stand Donnerstag wurden insgesamt 33 Patienten mit Covid-19 behandelt. Sechs davon liegen auf der Intensivstation, vier von ihnen müssen beatmet werden. Zeitweise hätten die Kapazitäten der isolierten Bereiche nicht ausgereicht. Deshalb wurde ein Teil der Inneren Medizin in Kandel in eine Corona-Station umgewandelt.
Auch unter dem Personal habe es noch Fälle gegeben. Derzeit befinden sich 20 Kräfte nicht im Haus, weil sie selbst erkrankt sind oder als Kontaktperson gelten. Vier von ihnen können allerdings im Zuge der Arbeitsquarantäne zum Dienst erscheinen.
„Wir gehen davon aus, dass es noch einmal eine Zunahme gibt“, sagt Lambert mit Blick auf die Patientenzahlen. Die Erkrankten nach dem Lockerungen der Kontaktbeschränkungen über die Weihnachtsfeiertage kommen schließlich erst mit Verzögerung in den Kliniken an.