Kreis Germersheim Keine Abkühlung möglich
Was für ein Badewetter! Etwa 2000 zahlende Badegäste waren am Dienstag in den Wörther Badepark gekommen und hatten wohl schon für Mittwoch wieder die Tasche gepackt. Doch ausgerechnet gestern, bei weit über 30 Grad, musste der Badepark geschlossen bleiben. Ein Chlorgas-Melder hatte in der Nacht auf Mittwoch gegen 23.30 Uhr in einem Betriebsraum angeschlagen. Polizei, Feuerwehr und Rettungskräfte waren kurz darauf vor Ort. Verletzte gab es zwar keine und der Austritt von Chlorgas konnte schnell gestoppt werden. Doch die Chlorgasanlage war erstmal außer Betrieb – und damit das Schwimmbad zu. „Wir hätten die Vorschriften für Schwimmbecken und die hygienischen Anforderungen des Umweltbundesamtes nicht einhalten können“, sagte Werkleiter Georg Werling gegenüber der RHEINPFALZ. Damit das Wasser überhaupt in den Becken bleiben konnte, musste Chlorgranulat manuell verteilt werden. Derweil lief gestern fieberhaft die Fehlersuche, Mitarbeiter einer Fachfirma waren vor Ort. Chlorgas sei eine sehr sensible Sache, sagte Werling. Deshalb gebe es jedes Jahr vor der Öffnung des Freibads auch einen Überprüfung von Seiten des TÜV. In dem entsprechenden Betriebsraum halten sich nur dann Mitarbeiter auf, wenn die Chlorfässer gewechselt werden müssen. Da der Chlorverbrauch abhängig ist von der Anzahl der Badegäste gibt es keine festen Turnus, die Fässer werden nach Bedarf ausgetauscht. In dem Raum wird die Chlorgaskonzentration in der Luft gemessen. Das hat offensichtlich funktioniert - der Alarm hat angeschlagen, die Sprinkleranlage war im Einsatz, die Rettungskräfte waren vor Ort. Doch nun musste herausgefunden werden, an was es gehakt hat. Raum und Anlage wurden schließlich erst vor drei Jahren komplett saniert, sagt Werling. Zwar wurden auch alle Wartungstermine eingehalten. Aber die Chlorgasanlage sei nun mal ein technisches Gerät und bei diesen gebe es manchmal Fehler. Im Laufe des Vormittags wurden die Regler an den vier Chlorfässer ausgetauscht und gereinigt. Dann wurde die Anlage wieder hochgefahren. Gegen 13.40 Uhr konnte gestern für Donnerstag Entwarnung gegeben werden: „Im Moment läuft alles störungsfrei“, sagt Werling, dem Badevergnügen sollte heute also nichts mehr im Wege stehen. Mit Schlangen von schwitzenden Schülern vor der geschlossenen Kasse rechnete der Werksleiter gestern indes nicht: Gleich morgens stand die Schließung des Bades auf der Homepage, auch über die sozialen Netzwerke und über den RHEINPFALZ-Ticker habe sich die Nachricht schnell verbreitet. „Wir haben das ziemlich publik gemacht.“ Allein die Badegäste aus dem Elsass, die gerne in Wörth schwimmen gehen, habe man auf diesem Weg wohl nicht erreichen können. Aber das sah Werling entspannt: Die Ferien im Nachbarland beginnen schließlich erst Anfang Juli.