Kreis Germersheim Kein Schwimmbad ohne Chemie

Stellvertretender Betriebsleiter Volker Knoll (links) erklärt die Funktionsweise der Filteranlagen.
Stellvertretender Betriebsleiter Volker Knoll (links) erklärt die Funktionsweise der Filteranlagen.

„Das ist ja wie im Bergwerk“, bemerkt ein Teilnehmer der Führung durch die Katakomben des Badeparks Wörth, bei der man einige Male den Kopf einziehen musste. Am Sonntag bot die Freibadleitung zwei Rundgänge an, jeweils um 10 und um 13 Uhr.

Der Badepark hat 10 Becken, die insgesamt 5000 Kubikmeter Wasser fassen. Dieses ganze Wasser muss gefiltert werden. Dazu läuft es durch die Überlaufrinnen an den Becken in die Filteranlagen. Insgesamt gibt es 13 Filter, die mit Kies und Aktivkohle gefüllt sind. „Im Laufe der Jahre wurden alle Filter komplett saniert“, erzählt der stellvertretende Betriebsleiter Volker Knoll. Auf drei kleine Kammern verteilt sich die Wellenmaschine des Wellenbeckens. Sie befinden sich unter der Terrasse und enthalten jeweils zwei Gebläse. Wenn nun Wellen erzeugt werden sollen, werden abwechselnd die Gebläse in den beiden äußeren Kammern und die Gebläse in der inneren Kammer angeschaltet. Das sorgt für den Wellengang, ist aber auch ziemlich laut. Nachdem Knoll das Gebläse anschaltet, ist er kaum noch zu verstehen , obwohl er nur einige Meter entfernt von der Gruppe steht. „Wenn die Wellen alle halbe Stunde laufen, ist es hier unten nicht mehr so angenehm“, sagt er, als das Gebläse aus und es wieder ruhig ist. Ziemlich heiß ist es im Keller in der Hackschnitzelanlage. Die Pfalzwerke betreiben zwei solche Anlagen in Wörth, eine davon im Badepark. So werden nicht nur die beiden Bäder in Wörth, sondern auch Schulen und einige Mehrfamilienhäuser mit Energie versorgt. Dazu wird das Hackschnitzel durch ein Silo neben dem Eingang des Badeparks angeliefert. Danach läuft es auf einem Förderband zum Brenner. Neben Wellenmaschine, Filtern und Pumpen gibt es aber auch „kein Schwimmbad ohne Chemie“, so Tanja Gerloff, Betriebsleiterin des Badeparks. 24 Stunden am Tag wird die Konzentration verschiedener Stoffe im ungefilterten Wasser gemessen und reguliert. Dazu gehört zum Beispiel Chlor, das Wasser desinfiziert. Aber auch der pH-Wert jedes Beckens wird dauerhaft überprüft. Die Mess-und Regulierungsanlage ist wichtig, da das Entgleisen eines Parameters viele verschiedene Auswirkungen an verschiedenen Stellen habe, sagt Gerloff. Vor der Anlage steht ein Schreibtisch, von dem aus ein Mitarbeiter diese jeden Morgen von Hand kontrolliert. In vielen Ländern sei die Wasseraufbereitung nicht so streng geregelt wie in Deutschland, berichtet Gerloff weiter. Oftmals liege der Grenzwert für zum Beispiel freies Chlor bei 2 Milligramm, während in Deutschland nur zwischen 0,3 und 0,6 Milligramm Chlor pro Liter Wasser erlaubt sind. Nur im Whirlpool soll es aufgrund der höheren Wassertemperatur etwas mehr sein. Die Führungen finden seit 11 Jahren statt, meistens am Ende der Saison, immer mal wieder aber auch am Anfang oder auf Anfrage. Mehr als 20 Personen können aufgrund der engen Wege nicht mitgenommen werden. Am Sonntag um 13 Uhr waren es laut Gerloff mit 10 Erwachsenen etwas weniger Teilnehmer als sonst. Die meisten Teilnehmer der Führung kommen regelmäßig in den Badepark und „freuen sich schon sehr auf die nächste Saison.“

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