Kreis Germersheim Kein Hundesport auf dem Fußballplatz
Hundesport auf dem Rasenplatz in Büchelberg wird von den Mitgliedern des Ortsbeirates abgelehnt. In einer eigens einberufenen Sitzung stimmte der Rat am Donnerstagabend einstimmig gegen diese Form der Nutzung. Die Hundesportler reagierten enttäuscht. Bürgermeister Dennis Nitsche (SPD) hatte im Vorfeld eine Genehmigung ausgesprochen.
Zur Vorbereitung von Meisterschaften besucht Katja Kober aus Wörth mit ihrem Hund geeignete Übungsflächen. Hundeplätze seien meist nicht groß genug, außerdem brauchen die Hunde die Erfahrung unterschiedlicher Anlagen. Dies sei nur vor großen Meisterschaften nötig, also nur bei wenigen Terminen im Jahr, sagt Kober. In der Vergangenheit sei sie weite Strecke bis hin nach Koblenz gefahren, um die Übungen durchführen zu können. Ende April hat sie sich nach eigenen Angaben an Bürgermeister Nitsche gewandt, mit der Bitte, gemeinsam mit einem Hundesportler aus Büchelberg auf städtischen Flächen trainieren zu können. Die Genehmigung wurde erteilt. Um sich mit anderen Nutzern der Fläche in Büchelberg abzustimmen, trat sie an den Fußballverein heran. Dessen Vertreter reagierten erstaunt und fragten beim Ortsvorsteher nach. „Ich war schon sehr verwundert“, erklärte Büchelbergs Ortsvorsteher Klaus Rinnert (CDU) dazu, dass er nicht von der Stadtverwaltung oder dem Bürgermeister vom Vorhaben erfahren habe. Laut Hauptsatzung der Stadt haben die Ortsbeiräte die Entscheidung über die Nutzung von „gemeindlicher Anlagen“. „Zu den gemeindlichen Anlagen zähle ich ganz klar unseren Rasenplatz“, so Rinnert. Auch Ratsmitglied Jürgen Stephany (CDU) zeigte sich erstaunt, dass der Bürgermeister „über unsere Köpfe hinweg“ seine Erlaubnis gegeben hat. Rinnert sieht die Gefahr, dass weitere Hundebesitzer den Platz nutzen wollen und werden. „Kann dann wegen einer Gleichbehandlung aller Bürgern dies abgelehnt werden?“ Schon seit Spätsommer 2016 gebe es Probleme mit Hundekot. „Für mich gehört Hundesport auf dafür vorgesehene und dementsprechend angelegte Anlagen und nicht auf öffentliche Sportplätze“, so Rinnert. Ein Vertreter des Sportvereins erklärte, dass der Mähroboter immer wieder von Kot gereinigt werden müsse, weil Hunde den Platz ohne Erlaubnis nutzen. Die Beigeordnete Ursula Radwan (Grüne), bei der Stadt auch für den Bereich Sport zuständig, sprach sich in der Sitzung ebenfalls gegen die Nutzung des Platzes mit Hunden aus und brachte Hygiene-Gründe ins Gespräch. Nach Bekanntwerden des Problems telefonierte Radwan mit dem Sportbund und dem Gesundheitsamt, um Regelungen bezüglich der Nutzung von Sportanlagen mit Hunden zu erfahren. Der Gesprächspartner beim Gesundheitsamt empfahl die Ablehnung. „Ich habe mir mehr Unterstützung seitens Frau Radwan als Beigeordnete für den Sport erhofft“, so Kober zur RHEINPFALZ. Sie zeigte sich enttäuscht über die Ablehnung. „Ich dachte alle Sportler werden gleich behandelt.“ Bereits in der Sitzung beteuerte sie und ihr Sportkollege, dass Wettkampfhunde darauf trainiert sind, eben nicht ihr Geschäft im Wettkampf zu verrichten. Auch bei der Übung würde dies nicht geschehen – „Garantiert nicht!“ Auch eine Besucherin der Sitzung sprang den Hundesportlern zur Seite und verwies, dass gerade diese Tiere entsprechend geschult und geimpft seien. Andere Besucher zeigten sich der Sache gegenüber ablehnend. Sollte Hundesport erlaubt werden, werde er auch mit seinem Hund den Platz nutzen, polterte ein Besucher. Verhältnismäßig viele Interessierte besuchten diese Sitzung des Ortsbeirates. Nitsche bestätigte auf Anfrage, dass die Hundesportler an ihn herangetreten seien und er die Erlaubnis erteilte. Es ginge um wenige Termine auf verschiedenen Anlagen. Seiner Einschätzung zufolge wäre der Platz in Büchelberg nur ein bis zwei Mal im Jahr, jeweils für wenige Stunden, genutzt worden. Er habe daher kein Problem darin gesehen und sich gewünscht, dass mit mehr Entspanntheit an die Sache gegangen werde. Die anderen Nutzer der Flächen seien über den Sachverhalt informiert worden. Jedoch seien die Hundesportler wohl sehr schnell auf den Büchelberger Verein heran getreten, so dass die Information aus der Stadtverwaltung noch nicht vorlag. Dass gerade die Hundesportler auf Hygiene achten würden, da ist sich Nitsche sicher. Nicht kontrollierbar sei, welche Tiere sonst so über den Rasen kommen und dort ihr Geschäft verrichten, gerade bei Anlagen am Orts- und Waldrand.