Kreis Germersheim Kandeler hilft Amerikanern bei Suche nach Wurzeln

Vielleicht bekommen schon bald US-Amerikaner auf Suche nach ihren Ahnen Hilfe aus Kandel. Schließlich war Werner Esser im Sommer als einer von nur 15 Experten aus Deutschland bei einer entsprechenden Konferenz in Minneapolis.
Dort fand die „Internationale Germanische Genealogie-Konferenz“ statt. Organisiert wurde das Zusammentreffen von Genealogen einer Gesellschaft, die Teil der „Deutsch-amerikanischen Genealogischen Partnerschaft“ ist. Es war dies die Auftaktveranstaltung für eine weltweite Kooperation von Familienkundlern, die ihre deutschsprachigen Wurzeln suchen. Teilgenommen haben 700 Teilnehmer aus verschiedenen Ländern. Gekommen waren vor allem US-Bürger, gibt es doch in den USA zahlreiche Vereine, die nach ihren deutschen Vorfahren suchen. Stark vertreten waren auch Kanada, Australien und Brasilien. Aus Europa waren lediglich 15 Teilnehmer gekommen, darunter drei aus Deutschland. Einer der Deutschen war der Kandeler Hobbyhistoriker und Genealoge Werner Esser, Er wurde eingeladen, weil er als Vorsitzender des Vereins der pfälzisch-rheinischen Familienkunde und Herausgeber von sieben Ortsfamilienbücher schon mehrfach geholfen hat, die südpfälzischen Wurzeln von Amerikaauswanderern zu finden und ihnen ihre Heimatorte zu zeigen. Vorträge konnten, so Esser, in Minneapolis in drei Räumen gehalten werden die für 400, 250 und 150 Zuhörer geschaffen waren. Esser selbst hat einen Vortrag gehalten, in dem es um die Schwierigkeiten ging, die Fremdsprachler oft mit alten deutschen Unterlagen haben. Es gab auch jede Menge kleiner Räume in denen Esser Lese- und Übersetzungshilfe geleistet hat. Schwierig für Familienkundler, die zu ihm kamen, war schon das Entziffern der deutschen Schrift. Kaum zu verstehen waren für sie aber Monatsnamen wie etwa Vendemaire oder Floreal die im Linksrheinischen während der französischen Besatzungszeit bis zum Sturz Napoleons benutzt werden mussten. Wenn ein Pfarrer oder ein Mitarbeiter der Verwaltung aber Namen oder Ort verschieden geschrieben hatte, war man für eine Hilfe auch dankbar. Wieder zu Hause sagte Esser, dass er von dem bei der Konferenz Erlebten sehr angetan war. Wichtig für ihn ist, dass er viele Kontakte knüpfen konnte und dass er wohl schon bald Amerikanern bei ihrer Ahnensuche helfen und ihnen sogar das Haus ihrer Vorfahren zeigen kann.