Kreis Germersheim Kandel wieder Ziel von Demonstranten

Frauenbündnis-Macher Marco Kurz mit Alu-Hut.
Frauenbündnis-Macher Marco Kurz mit Alu-Hut.

Um die 50 Teilnehmer, zuletzt in Wörth auch keine Gegendemonstranten mehr – das Jahr 2019 hat für das „Frauenbündnis Kandel“ schlecht angefangen. Allerdings kann Frauenbündnis-Initiator Marco Kurz weiter auf Unterstützung vor Ort rechnen. Mittlerweile auch offen von der AfD im Kreis Germersheim, die lange versucht hatte, nach außen zu den Aktivitäten von Kurz auf Distanz zu bleiben.

Über die Gründe für den Niedergang der sogenannten „Kandel-Demos“ kann nur spekuliert werden. Aber als beispielsweise beim Gedenkmarsch für die ermordete Kandelerin Ende Dezember in Kandel „Oh du fröhliche“ angestimmt wurde, waren sogar Frauenbündnis-Demonstranten peinlich berührt. Warum auch immer – mittlerweile sollen sich etliche rechts-patriotische Mitstreiter vom Frauenbündnis verabschiedet haben. Das berichtet zumindest das Karlsruher Online-Portal „ka-gegen-rechts“, das sich intensiv mit den Aktivitäten von Kurz auseinandersetzt. Danach hat sich Kurz mit anderen Bündnissen und Initiativen am rechten Rand zerstritten. Auch der Versuch, das Frauenbündnis als deutsche Gelbwesten-Bewegung neu zu erfinden, scheint gescheitert. Wobei die Dinge aber im Fluss zu sein scheinen: Bei der geplanten Frauenbündnis-Demo Anfang März in Landau sollen beispielsweise die „Patrioten für Nordrhein-Westfalen“ jetzt doch wieder dabei sein. Einer Auflistung von „ka-gegen-rechts“ zufolge sinkt seit Oktober 2018 die Zahl der „Frauenbündnis“-Demonstranten stetig: von 350 auf 250 im November, je 200 bei den beiden Dezember-Demos, 150 im Januar in Kandel und 50 beziehungsweise 70 bei den beiden Demos in Wörth. Einsamer Höhepunkt war die erste Demo im April 2018 mit 900 Teilnehmern, im Sommer 2018 schwankte die Zahl dann zwischen 110 und 350. Aus dem Umstand, dass die beiden Demos in Wörth mit einem Einbruch der Teilnehmerzahlen verbunden war, zieht Kurz die Konsequenz: Für den 6. April hat er mittlerweile eine Kundgebung mit Spaziergang auf dem Kandeler Marktplatz angemeldet. Anfang des Jahres hatte er sich aus Kandel zurückgezogen, weil wegen einer Baustelle in der Rheinstraße eine Demonstration in der Innenstadt Rettungswege blockieren würde. Die Behörden wollen deshalb nur stationäre Kundgebungen erlauben. Kurz hat schon angekündigt, gegen das Rettungswegekonzept notfalls rechtlich anzugehen. Auch inhaltlich versucht Kurz, wieder an den „Kandelmythos“ in der rechten Szene anzuknüpfen: In Wörth reichte der Forderungskatalog noch von „Abschaffung der GEZ“ über „Erziehungsfreiheit für Eltern“ bis „Freie Presse“. In Landau und Kandel sollen wieder die ermordete 15-Jährige beziehungsweise das Urteil gegen ihren Mörder im Mittelpunkt stehen. Unterstützt wird das „Frauenbündnis“ bei seinen Bemühungen von AfD-Mitgliedern. Marlies Wildberg (Platz 9 der AfD-Kreistagsliste) wirbt in einem Video für die Teilnahme an der „Frauenbündnis“-Demo in Landau. Michael Faber (Platz 10 der AfD-Kreistagsliste) wird von „ka-gegen-rechts“ als „Nummer 4“ im „Frauenbündnis-Kandel-Orgateam“ eingeordnet.

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