Kandel Kandel schickt einen farbenfrohen Gruß über die Grenze
Die Kandeler Stadthalle erstrahlt am Freitag in den Farben der Trikolore. Damit will Stadtbürgermeister Michael Niedermeier (CDU) ein Zeichen setzen und die Wertschätzung der Kandeler für ihre französische Partnerstadt Reichshoffen zeigen.
Denn Reichshoffen liegt im Elsass, gehört also zur besonders stark von der Pandemie betroffenen Region „Grand Est“. Bürgermeister Michael Niedermeier steht mit seinem Amtskollegen Hubert Walter in regelmäßigem Kontakt. Die Lage in der Partnerstadt sei im Vergleich zu anderen Bereichen der Region „Grand Est“ nicht so prekär, so Niedermeier. Allerdings müsse man viel einschneidendere Maßnahmen hinnehmen, als in Deutschland. Die Ausgangssperren seien strenger, man brauche Genehmigungen und dürfe sich nur im engen Umkreis bewegen. Die Infektions- und auch die Todesfälle seien im Vergleich zu Kandel wesentlich höher.
Begeistert sei der französische Bürgermeister, wie die Menschen in Reichshoffen zusammenhalten und füreinander da sind, teilt Niedermeier mit. Die Behandlung elsässischer Covid-19-Patienten in der Kandeler Klinik bewertet Walter als „freundschaftlichen Akt“.
Nach den Kommunalwahlen, bei der Walter als Bürgermeister im ersten Wahlgang bestätigt wurde, konnte man in Reichshoffen keine weiteren Schritte unternehmen. Der Stadtrat sei noch nicht zusammengetreten, so der Kandeler Beigeordnete Werner Esser. Er steht in regelmäßigem telefonischen Kontakt zu seinem Kollegen Pierre-Marie Rexer. Die Stadtverwaltung von Reichshoffen sei derzeit ebenso wie die Grenze geschlossen.
Da persönliche Kontakte nicht möglich sind, wird die Freundschaft eben telefonisch gepflegt. Ähnlich sieht es bei der englischen Partnerstadt aus. Abgesagt werden musste die Reise nach Whitworth. Etwa 15 Personen wollten sich vom 14. bis 21. Mai nach England begeben, um liebe Bekannte zu treffen, wie Elke Getto vom „Verein grenzüberschreitende Freundschaften“ berichtet. Zuletzt hatte man sich vor zwei Jahren gesehen.
Doch Corona machte einen Strich durch die Rechnung. Eigentlich hätte dabei auch Kandels Bürgermeister Michael Niedermeier (CDU) seinen „Antrittsbesuch“ in Whitworth abgestattet. Mit seiner englischen Kollegin Lynda Barnes will er noch diese Woche telefonieren, so Niedermeier. Doch von der Stornierung wegen der Corona-Krise will man sich entmutigen lassen. Sobald es wieder möglich ist, soll die Reise nachgeholt werden.