Kreis Germersheim Kandel: Fünf Demos an- und wieder abgemeldet
Für Samstag wurden zur Demonstration des „Frauenbündnisses Kandel“ (Anmelder Marco Kurz) in Kandel zunächst sechs weitere Gegenveranstaltungen mit je 15 bis 20 zu erwartenden Teilnehmern angemeldet. Dies teilte die Kreisverwaltung Germersheim gestern am frühen Nachmittag mit. Einige Stunden später erklärten die Anmelder gegenüber der RHEINPFALZ, dass sie für fünf Veranstaltungen die Anmeldung wieder zurückziehen.
Die Themen der Gegendemonstrationen waren: „Kandel nazifrei – kein Ort für Hass und Hetze“, „Raven für Vielfalt“, „Nazis auf´s Abstellgleis“, „Es besteht Klärungsbedarf“, „TierRechte – oder Rechte im Tierschutz“ und „Mahnwache gegen Waffenexporte“. Vier dieser fünf Versammlungen wurden von der Versammlungsbehörde per Bescheid auf dem Bahnhofsvorplatz platziert, so die Kreisverwaltung.
Gegenveranstalter künfigt rechtliche Schritte an
Gegen die Verlegung an den Bahnhof hat der Anmelder der ersten Gegendemonstration des „Männerbündnisses Kandel“, Jens Reinemuth, am späten Nachmittag zunächst rechtliche Schritte angekündigt. Den Teilnehmern der Gegenveranstaltungen werde ihr Recht auf Sicht- und Hörweite genommen. Schon seine Gegendemo müsse zur Veranstaltung des „Frauenbündnisses Kandel“ 30 Meter Abstand halten. „Es kann nicht als Generalverdacht gewertet werden, dass das letzte Mal angeblich Böller auf Polizisten geworfen wurden, dies geschah nicht aus der normalen Demo heraus und rechtfertigt nicht zum Beispiel eine Mahnwache für Tierschutz in eine Bannmeile zu stecken!“, argumentiert Heim.
1000 Beamte vor Ort
Später teilten die Anmelder zweier Demonstrationen – Matthias Dieckhoff (Die Partei, Karlsruhe) und Holger Heim (Kurfürstliche Antifa, Mannheim) – mit, dass die Anmeldung von fünf der sechs Veranstaltungen zurückgezogen wurde. Lediglich die Versammlung zum Thema „Nazis auf’s Abstellgleis“, die auch vom Anmelder auf dem Bahnhofvorplatz geplant war, solle wie vorgesehen stattfinden. Über Alternativen wolle man am Abend nachdenken, so Heim und Dieckhoff zur RHEINPFALZ. „Die Polizei kann nicht pauschal unterstellen, dass von unseren Veranstaltungen Gewalt droht“, sagte Heim. Die Polizei hat angekündigt, dass sie mit 1000 Beamten vor Ort sein wird. Die AfD-gesteuerte Plattform „Kandel ist überall“, die für zwei Demonstrationen in Kandel im März mehrere Tausend Menschen mobilisierte, hat unterdessen eine Demonstration für Anfang Mai in Rheinland-Pfalz angekündigt.