Kreis Germersheim Kühler Rechner mit einem heißen Hobby
«Wörth.» Er geht froh gelaunt in den Ruhestand, auf den er sich richtig freut – und bereut keinen Tag der 45 Jahre bei seinem Arbeitgeber Sparkasse. Anlageberater Berthold Simon, im Kreis Germersheim vor allem bekannt als langjähriger oberster Feuerwehrmann (Kreisfeuerwehrinspekteur/KFI bis 2015), wird heute Abend in der „Pfalz“ in Kandel im Kollegenkreis offiziell verabschiedet – und morgen beginnt das Rentnerleben.
„Im Juni fahren wir ein paar Tage weg, im Juli dann eine Woche mit den Enkeln und im September machen wir Urlaub“, erzählt Simon mit einem Strahlen im Gesicht. Angst, im Ruhestand in ein Loch zu fallen, hat er nicht. Auch wenn die gelegentlich doch stressigen Zeiten bei Feuerwehr und Sparkasse viel Zeit raubten – es blieb immer genug, um private Kontakte zu pflegen, das ein oder andere Hobby zu kultivieren. Mehr als 15 Jahre lang war Berthold Simon als KFI oberster Feuerwehrmann im Landkreis. Zuvor 18 Jahre lang Wehrleiter der Stadt Wörth. Alles ehrenamtlich, wie es bei den Freiwilligen Feuerwehren (noch) üblich ist. Zur Feuerwehr hält er Kontakt über die Alterskameraden der Wehr in Wörth. Und er ist froh, dass er nicht mehr in vorderster Linie steht. „Ich glaube, mittelfristig geht bei der Feuerwehr kein Weg an der Hauptamtlichkeit zumindest der Wehrleiter und des KFI vorbei“, schätzt Simon die Situation ein. Das liege einerseits an ständig steigenden Anforderungen an die Feuerwehr, andererseits an nachlassender Bereitschaft vieler Arbeitgeber, Mitarbeiter für Arbeit und Einsätze der Feuerwehr freizustellen. „Mit meinem Arbeitgeber Sparkasse hatte ich großes Glück, genauso mit meinen Kollegen“, erzählt Simon. Auf vier bis sechs Wochen pro Jahr schätzt er die Zeit, die er als KFI unterwegs und nicht in seinem Büro in der Sparkassen-Zentrale in Kandel war. „Kein Kollege hat sich beschwert, weil er meine Arbeit mitmachen musste, die Sparkasse hat Stadt Wörth und Kreis Germersheim nie eine Rechnung für meine Ausfallzeit gestellt.“ Auch deshalb ist es für ihn eine Selbstverständlichkeit, die Brandschutzschulungen und -begehungen der Sparkasse weiterhin ehrenamtlich zu übernehmen. Wie aus der Feuerwehrzeit bleiben auch aus dem Bankerleben Kontakte über den letzten Arbeitstag hinaus bestehen, da ist sich Simon sicher. Was als Gespräch zur Geldanlage begann, sei oft zu guter Bekanntschaft, manchmal zu Freundschaft geworden. „Da hat sich über Jahre ein Vertrauensverhältnis aufgebaut“, erzählt Simon. Und fügt verschmitzt grinsend hinzu: „Meistens hat’s ja auch geklappt.“ Wenn er daran denkt, wie es im Bankgeschäft weitergeht, zieht er die Stirn in Falten. „Mit den Zinsen wird’s so schnell nichts mehr“, ist er überzeugt. Die Sparkassen und Banken müssten sich mehr auf das Thema Geldanlage konzentrieren, damit sei noch Geld zu verdienen. Und verdient werden müsse ja was in einem Unternehmen mit über 400 Mitarbeitern. Sein Geld bekommt Simon in Zukunft von der Rentenversicherung „und am 1. Juli gleich Gehaltserhöhung“ mit der allgemeinen Rentenerhöhung. Viel mehr freut ihn aber, dass die Altersteilzeitregelung seiner Frau einen „Zufallstreffer“ gelandet habe. Am Tag seines Rentenbeginns 1. Juni beginnt für sie die passive Phase der Altersteilzeit. „Wir wollen viel reisen, radfahren, uns um Enkel, Haus und Garten kümmern“, gibt Simon Einblick in die Zukunftsplanung. „Hauptsache aber wir bleiben gesund.“ Und wenn’s mal mit dem Reisen nicht so klappt, bleibt ja der Förderverein der Sozialstation Wörth. Dort ist Simon zweiter Vorsitzender und Geschäftsführer, außerdem im Verwaltungsrat der Ökumenischen Sozialstation. „Ein bisschen was Gutes muss man ja auch als Rentner tun“, sagt Simon und verabschiedet sich in sein neues Leben.