Kreis Germersheim „Königin Silvia“ weckt Rhein-Anwohner auf

Partyschiffe haben seit Jahren steigende Fahrgastzahlen. Am Samstag waren rund 600 Gäste auf der MS Königin Silvia, die zur Weiß
Partyschiffe haben seit Jahren steigende Fahrgastzahlen. Am Samstag waren rund 600 Gäste auf der MS Königin Silvia, die zur Weißen Flotte Heidelberg gehört und vom Veranstalter gechartert worden war.

In der Nacht auf Sonntag wurden Anwohner des Unkenfunks am Rhein jäh aus dem Schlaf gerissen. Laute Musik dröhnte durch offene Fenster in die Schlafstuben. Eine Anwohnerin beschwerte sich später bei der Polizei, diese gab die Beschwerde weiter an das Ordnungsamt. Die ist für die Einhaltung des Landes-Immissionsschutzgesetzes zuständig.

Zwei Fahrten unternahm die MS Königin Silvia der Weißen Flotte Heidelberg ab Germersheim am Freitag und Samstag vergangenes Wochenende. Ab 20 Uhr konnte das Schiff bestiegen werden, um 20.30 Uhr hieß es „Leinen los“. Während am Freitag die TSK Eventservice aus Neupotz eine Ü30-Party mit DJ Michael Bauer und DJane E*Star veranstaltete, gab es am Samstag eine Tour als „Das Schiff“ mit Radio DJ Olde – mitveranstaltet von der Sparkasse Germersheim-Kandel. Ende beider Touren war jeweils gegen 1.30 Uhr des nächsten Tages. Und zumindest beim Anlegen in der Nacht auf Sonntag wurde die Nachtruhe einiger Anwohner gestört, eine Anwohnerin hatte sich bei der Polizei beschwert. Auf RHEINPFALZ-Anfrage bestätigte die Polizei dies und, dass die Beschwerde an das Ordnungsamt der Stadt Germersheim weiter gereicht worden ist. „Da die Stadt für die Einhaltung des Landes-Immissionsschutzgesetzes zuständig ist“, wie Dennis Hook von der Polizei sagt. „Um 22 Uhr sollte Ruhe sein, so sieht es das Landes-Immissionsschutzgesetz vor“, sagt Bürgermeister Marcus Schaile (CDU). Eine Ausnahmegenehmigung habe es für die Fahrt nicht gegeben, „es hat überhaupt keine Genehmigung von uns gegeben“ so Schaile weiter. Das Ordnungsamt sei nicht beteiligt gewesen. Auf Nachfrage sagte Schaile, dass das Anlegen am Steiger genehmigt sei, da jeder der anlegen wolle, dies tun müsse: „Das ist gebucht gewesen.“ „Dass die Lärmgrenzen eingehalten werden, dafür sorgt ein Dezibel-Messgerät auf dem Deck“, sagt Dominik Kraus von TSK Eventservice. Sie seien sehr darauf bedacht beim Anlegen leise zu sein. Kraus sagt weiter, dass sie seit einigen Jahren Fahrten mit Partyschiffen veranstalteten und an Wohngebieten schneller vorbeiführen sowie die Musik leiser drehten. Im Bereich des Großkraftwerks in Mannheim werde es auf dem Schiff so richtig laut, weil es dort niemanden störe. „Am Wochenende waren fast 600 Leute auf dem Schiff“, sagt Kraus. „Sogar als wir wegen eines Zwischenfalls selbst die Polizei gerufen haben, hat sich niemand über die Lautstärke beschwert.“ Bei der Fahrt auf Sonntag sind dem Neupotzer zufolge auch Mitarbeiter der Stadtverwaltung mit an Bord gewesen und auch die haben nichts von zu viel Lärm gesagt. Es sei sogar gesagt worden, dass es nächstes Jahr wieder eine Fahrt geben soll. Damit es für die Anwohner bei der Vorbeifahrt nicht zu laut wird, geht der Schall der Boxen vom Heck des Schiffs über die Tanzfläche in Richtung Brücke. „Dort wird der Schall gebrochen“, erklärt Kraus. Am Anfang – bei früheren Fahrten – sei das anders gewesen, doch habe man dazugelernt. Um künftig noch weniger Lärm zu machen, soll bereits bei der B35-Brücke die Musik leiser gestellt werden. Bisher habe er nur von einer Dame gehört, die sich beschwert habe. Die Stimmung sei toll gewesen.

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