Kreis Germersheim König der Löwen hält Hof in Turnhalle

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Der machtvolle Ruf des weisen Schamanen Rafiki (Fenia „Fee“ Wolf) lässt am Samstag die Sporthalle in Schaidt erbeben. Antilopen, eine Giraffe, ein Elefant, Papageien streben zur Bühne. „König der Löwen“ ist das Musical, das die junge Gruppe „Pandoras Box“ unter Leitung von Fee in Szene setzt. Es ist der Höhepunkt des fünfstündigen Programms „Schäädt feiert Fasching“.

Seit über 30 Jahren ist der Fanfaren- und Spielmannszug (FSZ) für den Schaidter Fasching verantwortlich. Ebenso lange moderiert Stephan Kuntz, der Vorstandsvorsitzende, den Abend. Aus Köln hat er sich für diese Saison den knallroten Frack und Zylinder mitgebracht. Als Assistent steht ihm Lukas Will zur Seite. Kuntz hat so gar nichts vom Klischee eines Faschingspräsidenten. Er ist authentisch und souverän, ist sich nicht zu schade, die Orden heraus zu kramen und kleine Zeitpannen locker zu überbrücken. Besonders auch der Schlachtruf der Schaidter Narren „helunz“, den der Präsident gern noch einmal erklärt. Das „Lunz“ beziehe sich schon seit dem Mittelalter auf eine kleine Gasse im Dorf. In Schaidt ist Fasching am Samstagabend vor allem Faschingstanz. Wenn Franz Roth in die Tasten greift und Franky zu singen beginnt, füllt sich die Tanzfläche schlagartig. Täuschend echte Piraten auf flotter Stiefelsohle führen die glitzernde Kostümparade an. Zu Beginn lüftet Stephan Kuntz vor 400 Besuchern ein gut gehütetes Geheimnis: Das Prinzenpaar ist Patrick I. Heil und Kristin I. Heil; ihre Kinder Lena und Felix tragen Diadem und Krone für die Krönung auf die Bühne. Patrick I. wird nach Mitternacht zum Geburtstag gratuliert und Kristin I. ist in ihrer bodenlangen, kobaltblauen Robe mit paillettenbesticktem Mieder gewiss die schönste Dame. „Las Chicas“, die Mädchen-Tanzgruppe, trainiert von Kristin Roth und Anna Becker, verwandeln sich nach ihrem Showtanz in Gazellen am Rande der Steppe Afrikas. Sie flankieren den Pappmaché-Elefanten fürs Bühnenbild. Große Bäume, Lichteffekte, eine riesige Hintergrundwand, um Vater Mufasa erscheinen zu lassen, das alles bauen und organisieren die Truppe und ihre Helfer selbst. Andre Huck als Simba sowie Michelle Weber als Ska und Romina Weber als Pumba gefielen in dem engagierten Ensemble besonders. Es war eine gelungene Definition von Fasching mit Masken, Kostümen und Eintauchen in eine andere Welt. „Pandoras Box“ begeisterte in den vergangenen Jahren bereits mit Szenen aus „Tanz der Vampire“ oder „Die Schöne und das Biest“. Nicht in der Bütt, sondern mit einer inszenierten Gerichtsverhandlung auf der Bühne, setzten sich junge Schaidter mit einem Aufreger im Dorf auseinander: Die Gaststätte „Zum Brauer“ schließt neuerdings schon um Eins. Früher war bis 6 Uhr morgens offen und die fröhlichen Zecher gingen dann gleich über die Straße zum Frühstück beim Bäcker. Vor allem Franziska Roth als Richterin und Tobias Hauser als „letzter Zeuge“ glänzen mit komödiantischem Esprit. Zwei Tanzrunden später rockt das „Schäädter Symphonie-Orchester“ unter Leitung von Patrick Grischele den Saal. Geübt wird der Flääsch-Mob zum Finale. Vorher übt sich Lukas Will als Büttenredner, der bestimmt mehr kann, als einen Schenkelklopfer reimen. Marco Geörger und seine „Brüder“ Thomas und Roman stülpen sich als die „Trumps vun de Palz“ gelbe Perücken über und stellen sich als gediegene Alternativen zum amerikanischen „Bruder“ Donald dar. „Alles halb so schlimm, wenn wir zusammenhalten“, brachten auch die „Stääfelder Moskitos“ eine kleine politische Botschaft in Form einer schwungvollen Polka „von Wien bis zur Wolga“ mit. Die Frauentanzgruppe ist, so freute sich Stephan Kuntz, stets gern gesehen auf der Schaidter Faschingsbühne. Hinter den Kulissen sorgten viele Helfer für das Gelingen des Abends. Genannt wurden unter anderem Roman Glaser und Günter Schlindwein: Sie haben die Sporthalle für den Fasching dekoriert. |mldh

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