Kreis Germersheim Jugendarbeit inspiriert zum Theologiestudium
Kandel. Nach langer Vakanz ist die zweite Pfarrstelle der Protestantischen Kirchengemeinde Kandel wieder besetzt. Übertragen wurde die Stelle an Pfarrerin Johanna Baum. Für die junge, in Eckernförde in Schleswig-Holstein aufgewachsene Pfarrerin ist es die erste Pfarrstelle. Zusammen mit ihrem Ehemann, der zurzeit an der Universität Heidelberg in Theologie promoviert, wohnt sie noch in Ludwigshafen. Der Umzug nach Kandel ist schon geplant und erfolgt, wenn die Renovierung der neuen Wohnung am Schwanenweiher beendet ist.
Als Jugendliche und junge Erwachsene engagierte sich Johanna Baum intensiv in der Kinder- und Jugendarbeit der evangelischen Kirche ihrer Heimatgemeinde. Der Grundstein für dieses Engagement wurde jedoch in den USA gelegt: Dort war sie während der zehnten Schulklasse ein halbes Jahr lang zu Gast bei einer Familie die in ihrer Kirchengemeinde für eine lebendige Jugendarbeit verantwortlich war. Baum unterstützte ihre Gastgeber bei dieser Tätigkeit und war schon bald so begeistert, dass sie dann, zurück in Deutschland, in ihrer Kirchengemeinde in der Jugend- und Konfirmandenarbeit mitwirkte. Bevor sie nach ihrem Abitur ihr Studium begann verpflichtete sie sich noch zur Ableistung eines Freiwilligen Sozialen Jahres und war in Münster auch in der Jugendarbeit tätig. Studiert hat sie Theologie an den Universitäten in Heidelberg, Tübingen und Kiel, wo sie auch ihr Examen ablegte. In Heidelberg wohnte sie in einem Ökumenischen Wohnheim in dem sie ihren späteren Mann kennen lernte. Der ist übrigens ein „Pfälzer Bub“ und kommt aus Jockgrim. Ihm zuliebe hat sie sich für ein Vikariat bei der pfälzischen Landeskirche entschieden. Als Vikarin tätig war Kandels neue Pfarrerin in Ludwigshafen-Süd. Während des zweieinhalb Jahre dauernden Vikariats war neben der Schul- und Gemeindephase auch ein Spezialpraktikum vorgesehen. Bei diesem Abschnitt des Vikariats besuchte sie Gemeinden anderer Sprache und Herkunft und arbeitete mit Arne Dembek zusammen. Dembek ist zusammen mit seiner Frau für Kandels erste Pfarrstelle zuständig und auch Beauftragter der Landeskirche für Christen anderer Sprache und Herkunft. Die zweite Kandeler Pfarrstelle war der Wunschtraum der jungen Pfarrerin, wohnen doch ihre Schwiegereltern in Jockgrim und zahlreiche Verwandte, Freunde und Bekannte in der Nähe von Kandel. Auf die Frage, was wohl die Schwerpunkte ihrer Tätigkeit in Kandel sein könnten, wollte die junge Pfarrerin nicht eingehen. Ihre wichtigste Aufgabe, so ihre Antwort, ist es, die Menschen zu erreichen, mit ihnen gemeinsam unterwegs zu sein und vor allem ihnen den Glauben erfahrbar zu machen. Erfreut war Johanna Baum darüber, dass sie beim Weltgebetstag der Frauen schon in den ersten Tagen in Kandel erfahren konnte, dass dort die Ökumene auf einem guten Weg ist. Denn ihr ist ein gutes Miteinander der Konfessionen wichtig. Dabei denkt sie auch an die Christen aus Afrika und dem vorderen Orient, die sie bei ihrer Arbeit mit Pfarrer Dembek kennen gelernt hat.