Kreis Germersheim Jacht kreuzt über den Dorschberg
„Für diesen Job braucht man eine gehörige Portion Galgenhumor und gute Nerven. Keine Strecke ist wie die andere. Aber es gibt keine Probleme, nur Lösungen“, sagt André Müller, Mitarbeiter der Firma „XL Traffic Verkehrssicherung“. Der Jacht-Transport setzte sich in der Nacht auf Freitag um 0.45 Uhr im Wörther Hafen in Bewegung. Über die L 540 ging es dann durch Altwörth hindurch. Vorab betonte eine Sprecherin des Unternehmens, dass Autos, die trotz des Parkverbots auf der Straße stehen, ein Problem werden könnten. Dies war allerdings nicht der Fall, es musste kein Auto abgeschleppt werden. Die Engstellen in Altwörth, vor allem an der Sparkasse, stellten keine große Herausforderung für die Fahrer da. Die Fahrzeuge durchquerten Altwörth in 10 bis 15 Minuten, auch der Kreisel vor der Brücke war in etwa 5 Minuten durchfahren. Die Ampel hinter der Brücke wurde dann umgedreht, diverse Schilder wurden abmontiert. Bis zur Haltestelle Wörth Bienwaldhalle verlief der Transport absolut reibungslos. Ab dann stehen am Straßenrand in regelmäßigem Abstand Bäume, deren Äste teilweise über die Straße ragen. Die Transportsicherheitsfirma musste die Äste, die der Lastwagen nicht wegdrücken konnte, vom Hubsteiger aus – den die Mitarbeiter auch den „Big Bad Steiger“ nennen – abgesägt werden. Die Äste wurden zunächst nicht eingesammelt, sondern lediglich von der Fahrbahn entfernt. Der Tross verlor hier viel Zeit. Ein Ast riss die weiße Schutzplane auf. Nach Angaben der Mitarbeiter ist die Jacht dadurch jedoch nicht beschädigt worden. Auf Höhe des „Lords Pubs“ bog der Transport nach links in die Dorschbergstraße ab. Dazu wurde die Stromversorgung der Straßenbahn vom Verkehrsverbund Karlsruhe hochgebunden. Geradeaus konnte der Transport nicht fahren, da die Brücke zu niedrig ist. Die Kurve in die Dorschbergstraße nahm der Fahrer ohne Probleme. Dann ging es weiter durch die Forststraße zum Kreisel an die Hanns-Martin-Schleyer-Straße. Da die Straßenbahn-Stromversorgung dort nicht hochgebunden werden konnte, musste der Tross den Kreisel „englisch“ durchqueren, wie die Mitarbeiter diesen Vorgang nannten. Der Lkw fuhr gegen den Uhrzeigersinn in den Kreisel ein und wollte den Kreisel zunächst auf der rechten Fahrbahnseite wieder verlassen. Dies scheiterte jedoch daran, dass ein Straßenschild im Weg stand. Um den Kreisverkehr auf der linken Fahrbahnseite verlassen zu können, musste der Lkw zunächst wieder zurückstoßen. Probleme machte hier vor allem ein Baum. Mit vereinter Muskelkraft und einem Spanngurt versuchten die Mitarbeiter, den Baum zur Seite zu ziehen. Man wollte die Fällung vermeiden. Ein lautes Krachen, das von den zerbrechenden Ästen des Baums stammte, unterbrach diesen Versuch. Einige Momente später fiel die Entscheidung per Funk: „Der Baum muss weg, da sollen die einen neuen hinpflanzen und uns die Rechnung schicken.“ Gesagt, getan. Kurze Zeit später war der Baum gefällt. Die Mitarbeiter bekamen per Funk die Anweisung den Baum aufzuladen und mitzunehmen. Gestern erklärte eine Sprecherin der Firma Glogau, dass der Baum auf ihre Kosten durch einen etwa gleich großen ersetzt werden wird. Einige Fahrmanöver später gelang es dem Fahrer dann, den Kreisverkehr links zu verlassen. Auch auf dem Weg zum Ortsausgang kam der „Big Bad Steiger“ wieder zum Einsatz. Äste wurden abgebrochen und abgesägt. Gegen 3.45 Uhr erreichte der Tross dann den Wörther Ortsausgang. Bis 6 Uhr hatte der Transport bis zur Grenze Zeit.