Wörth RHEINPFALZ Plus Artikel In kleinen Schritten zu mehr Nachhaltigkeit

Die Expertenrunde Nachhaltigkeitsbotschafter in der Stadtbücherei Wörth (von links): Bildungsreferent Gregory Mohr, Sozialminist
Die Expertenrunde Nachhaltigkeitsbotschafter in der Stadtbücherei Wörth (von links): Bildungsreferent Gregory Mohr, Sozialministerin Dörte Schall, Landtagsabgeordnete Katrin Rehak- Nitsche und Nachhaltigkeitsbotschafterin Tanja Hellmann.

Erstmals wurden vom Land Rheinland-Pfalz 99 Nachhaltigkeitsbotschafter ausgebildet. Tanja Hellman ist eine von ihnen. Sie erzählt, was dieses Ehrenamt bewirken kann.

Tanja Hellman ist eine begeisterte Nachhaltigkeitsbotschafterin. Die selbstständige Bankfrau aus Kuhardt hat die Ausbildung für dieses Ehrenamt absolviert. In der Stadtbibliothek Wörth erzählte sie als „Praxis-Beispiel“ begeistert von dieser Rolle: „Ich weiß jetzt, was ich vor Ort tun kann und wie ich mich mit kleinsten Beispielen für Veränderung einbringen kann.“ Sie ist nun in Kuhardt zum einen mit dem Gemeinderat in Kontakt und bei dessen Sitzungen präsent.

„Wo sind zum Beispiel Bildungsangebote oder Veranstaltungen vor Ort?“ Diese Frage könne sie als Nachhaltigkeitsbotschafterin stellen. „Zum anderen können sich auch Vereine vor Ort nachhaltig aufstellen, wenn es um Feste, Räumlichkeiten, Trikots, Finanzen oder Integration geht – alles in kleinen Schritten“, sagt Hellmann. Außerdem sei auch das Geld und die Nachhaltigkeit ein Thema. „Wo fließt mein Geld hin? Zum Bäcker mit Qualität vor Ort oder nach auswärts mit dem Auto? Oder auf die Geldanlage kann ich aktiv Einfluss nehmen. Zudem baut man ein größeres Netzwerk auf“, erklärt Hellmann.

Der Begriff „Nachhaltigkeit“ ist in aller Munde. Nachhaltigkeit ist ein zentraler Bestandteil des gesellschaftlichen Wandels und gilt als Grundlage für die Gestaltung einer lebenswerten Zukunft. Deshalb hat das Land Rheinland-Pfalz Nachhaltigkeitsbotschafter ausgebildet, die aktiv etwas dazu beitragen können. Sie sollen ihr Wissen in konkretes Handeln umsetzen und in ihrer Kommune oder ihrem beruflichen Umfeld nachhaltige Prinzipien einfließen lassen. Die Botschafter können auch eigene Projekte initiieren, Chancen einer nachhaltigen Entwicklung aufzeigen und konkrete Handlungsansätze und praktische Lösungen anstoßen.

Informationsabend zu Botschaftern

Die Landtagsabgeordnete Katrin Rehak-Nitsche (SPD) hatte zu einem Informationsabend in die Wörther Stadtbücherei eingeladen. Dieser sollte Interessierten aufzuzeigen, wie diese Botschafter in einem kostenlosen Weiterbildungsangebot geschult und qualifiziert werden, um dann in Beruf und Kommune tätig zu werden. Auch ging es darum, wie Kommunen ihrerseits von dem Angebot profitieren können.

Die Expertenrunde in der Stadtbücherei stand den gut 20 Interessierten Rede und Antwort. Neben Rehak-Nitsche waren als Experten vor Ort Dörte Schall, Ministerin für Arbeit, Soziales, Transformation und Digitalisierung, Gregory Mohr, Bildungsreferent der Landesvereinigung für ländliche Erwachsenenbildung (die diese Weiterbildungsmaßnahme durchführt,) und die kürzlich ausgebildete Nachhaltigkeitsbotschafterin Tanja Hellmann. Auch bei der Veranstaltung: der Klimaschutzmanager des Kreises Germersheim Philipp Riedel und der Zoodirektor von Landau, Jens-Ove Heckel, der sich Impulse für sein pädagogisches Personal holte.

Modellprojekt seit 2024

Die Ministerin war von der Stadtbücherei als Ort der Nachhaltigkeit angetan. Sie hob den hohen Stellenwert des Ehrenamtes in Rheinland-Pfalz hervor. Denn viele Menschen hier fragten sich, wie sie etwas für andere Personen machen könnten. Und es stelle sich die Frage, welche Nachhaltigkeitsziele wir als Land umsetzen könnten. Deshalb sei sie erfreut, dass es jetzt nach dem Digitalbotschafter auch den Nachhaltigkeitsbotschafter gäbe.

Gregory Mohr erläuterte das Modellprojekt, das 2024 an acht Standorten in ganz Rheinland-Pfalz stattfand. Es umfasste 41 Unterrichtseinheiten, die sich auf einen ganztägigen Präsenz-Workshop und fünf vierstündige Online-Module verteilten. 99 Nachhaltigkeitsbotschafter wurden mit einem Grundwissen über Nachhaltigkeit ausgebildet. Der neue Bewilligungsbescheid der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) steht momentan noch aus, wird aber erwartet. Denn viele Teilnehmer wollten wissen, wann weitere Nachhaltigkeitsbotschafter ausgebildet werden.

x