Kreis Germersheim In guten Händen
Kopfschmerzen, Bauchweh oder Übelkeit: Meist sind es kleinere Beschwerden, die die Schulsanitäter der Realschule plus in Kandel verarzten. Manchmal sind die jungen Leute aber auch bei ernsteren Fällen im Einsatz – und das seit mittlerweile 15 Jahren.
„Ein Mitschüler ist mal mitten im Unterricht umgekippt – einfach so“, beschreibt die Zehntklässlerin Darleen einen der schlimmsten Fälle, die sie als Schulsanitäterin versorgen musste. „Da war es gut, dass ich direkt da war, hingehen konnte, ohne erst einen Lehrer suchen zu müssen.“ Denn das, sagt sie, hätte vielleicht zu lange gedauert. In den meisten Fällen aber versorgen Darleen und ihre insgesamt 15 Mitschüler bei den Schulsanitätern weniger gravierende Beschwerden. „Kopfschmerzen, Bauchweh oder Übelkeit kommt am häufigsten vor“, erklärt Darleens Klassenkameradin Berfin. „Da hilft meist ein warmes Kirschkernkissen.“ Für die 407 Schüler der Schule sind die 14 Mädchen und zwei Jungs vom Schulsanitätsdienst meist die erste Anlaufstelle in Sachen medizinische Erstversorgung. „Man kennt sich untereinander“, stimmen die ausgebildeten Sanitäter überein. Das mache vieles einfacher. Auch Rektorin Cornelia Geiser ist froh über die Unterstützung der jungen Leute: „Mich entlastet das unheimlich.“ Denn wenn etwas passiere, sagt sie, wisse sie, dass sofort jemand zur Stelle sei. Wie man einen Verband richtig anlegt, Wunden desinfiziert und Menschen in die stabile Seitenlage bringt, haben die Schulsanitäter in einem Wochenend-Workshop beim DRK gelernt. Außerdem treffen sie sich regelmäßig in einer Arbeitsgruppe. Gearbeitet wird im Schulsanitätsdienst in einer Art Schichtbetrieb: Kleine Gruppen von zwei oder drei Helfern werden wöchentlich eingeteilt. Passiert etwas – ein aufgeschürftes Knie auf dem Schulhof, Kopfschmerzen oder ein kleiner Unfall beim Sport – wird zuerst das Sekretariat alarmiert. Über die Lautsprecher der Schule klingelt es dann dreimal – das Zeichen für die diensthabenden Sanitäter – falls die nicht sowieso schon vor Ort sind. Dann geht es meist sehr schnell: Ausgerüstet mit Bandagen, Pflastern, Kühlpacks und mehr behandeln die jungen Leute ihre Patienten. „Man muss sie beruhigen, ihnen zuhören“, sagt Berfin. „Es ist wichtig, dass sie Vertrauen zu dir haben.“ Das alles passiert dann meist in Zimmer 119, dem Schulsanitätsraum. Dort steht nach einer Spende vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) seit einer Weile auch eine Trage zur Verfügung. „Wir bekommen viele Materialien gestiftet“, sagt Bärbel Stoner, die als Lehrerin an der Schule den Sanitätsdienst betreut. „Aber auch der Landkreis ist sehr großzügig.“ Vor einigen Jahren, sagt sie, wäre die Ausstattung noch lange nicht so umfangreich und modern gewesen. Für die jungen Leute zählt aber vor allem eines: „Es ist schön zu sehen, wenn es den Mitschülern wieder besser geht und sie zurück in die Klasse gehen können“, sagt Schulsanitäterin Alexandra. Am heutigen Freitag feiert der wohl älteste Sanitätsdienst der Region sein 15-jähriges Bestehen. Hoffentlich ohne medizinische Zwischenfälle.