Kreis Germersheim In Elektronikfertigung einsteigen

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Seit 1. Januar gehört die frühere Schaidt Innovations zur Webasto-Gruppe. Von den einst rund 500 Mitarbeitern sind noch 170 verblieben. Mangels Aufträgen stand der Betrieb 2016 kurz vor dem Aus, so der neue und alte Geschäftsführer Ralf Beuse am Dienstag im Stadtrat Wörth. Gemeinsam mit dem neuen Geschäftsführer Wolfgang Scherrer erläuterte er, was Webasto in Schaidt plant.

Scherrer zeichnete zunächst ein für viele neues Bild von Webasto. Die meisten kennen das Unternehmen wegen seiner Standheizungen. Dabei ist der Schwerpunkt des 1901 gegründeten Familienunternehmens der Bau von Schiebe- und Panoramadächern. Die rund 10 Millionen Dächer jährlich werden an alle Autohersteller geliefert. Mit einem Marktanteil von 58 Prozent ist Webasto Weltmarktführer. Die rund 13.000 Mitarbeitern erwirtschaften einen Jahresumsatz von 2,9 Milliarden Euro (2015). Das Unternehmen ist über 50 Standorte verteilt, an 30 wird produziert. Zu den Produktionsstandorten soll künftig auch Schaidt gehören. Gefertigt werden sollen in Schaidt elektronische Bauteile. Die wurden bisher von Webasto zwar selbst entwickelt, aber noch nie selbst hergestellt. Um dieses neue Ziel zu verwirklichen, sah Webasto laut Scherrer drei Möglichkeiten: •den Bau einer neuen Fertigung auf der Grünen Wiese; dies sei aber mit einem hohen Risiko verbunden, da die nötigen Kompetenzen erst erworben werden müssen; •den Kauf einer Fertigung in Osteuropa; dabei sei das Risiko nicht ganz so groß, aber die Integration in die Unternehmensstruktur sei aufwendig; •den Kauf der Fertigung in Schaidt; hier seien zwar die Kosten höher, aber das Werk und seine Mitarbeiter hätten Erfahrung in der Zusammenarbeit mit der Automobilindustrie, zudem stünden die Mitarbeiter mit einer „hohen Loyalität“ zum Werk. Mit dem Kauf des Werkes in Schaidt werden Webasto deshalb sein Ziel erreichen, so Scherrer: „Entwicklung und Fertigung aus einer Hand.“ Beuse machte deutlich, dass das Werk in Schaidt 2016 praktisch vor dem Aus stand, weil Nachfolgeaufträge ausblieben. Der Personalabbau sei unumgänglich gewesen, die verbliebenen Mitarbeiter seien froh, das Webasto das Werk übernehme. Dafür wird von den Mitarbeitern der „Webasto“-Familie auch etwas erwartet, wie ein Image-Film deutlich machte, der dem Stadtrat gezeigt wurde. Als Ziel wurden „Null Fehler“ genannt. „Dafür braucht man Mitarbeiter, die die Messlatte jeden Tag ein bisschen höher legen,“ sagte ein Sprecher aus dem Off. |lap

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