Kreis Germersheim Im Blech gut aufgestellt, Abgänge im Holz

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Der Kreismusikverband Germersheim (KMV), in dem 35 örtliche Musikvereine zusammengeschlossen sind, ist gut aufgestellt, wie bei der Jahreshauptversammlung am Sonntag deutlich wurde. Derzeit sind rund 1200 Mitglieder aktiv dabei, etwa ein Drittel davon sind Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren.

KMV-Vorsitzender Bernhard Reiß erinnerte an das vergangene Jahr und betonte das „Großereignis“, die Versammlung des Bunds Deutscher Blasmusikverbände vor einigen Wochen in Kandel (wir berichteten). „Das kommt nur alle 20 bis 25 Jahre bei uns vor. Die Rückmeldungen waren sehr positiv, wir konnten uns gut präsentieren und neue Freunde gewinnen“, so das Fazit des Vorsitzenden. Auch die Zusammenarbeit mit dem Landesmusikverband, dem der KMV nicht angehört, verlaufe recht gut. „Von keinen guten Erfahrungen“, berichtete Reiß über den Versuch der Kontaktaufnahme zum benachbarten SÜW-Kreis und das, obwohl einige Vereine der Südlichen Weinstraße Mitglied im KMV Germersheim sind. In der Musikkommission ergibt sich eine personelle Veränderung, denn nach fünf Jahren Zuständigkeit für das Verbandsjugendorchester (VJO) gibt Philipp Klöckner aus Bellheim sein Amt an Florian Wegmann aus Herxheim ab. Wegmann ist selbst Schlagzeuger im Ensemble und hat Klöckner bereits in den vergangenen Monaten bei der allgemeinen Organisation unterstützt. Ein besonderer Höhepunkt war das VJO-Jahreskonzert, das wieder für Mitte März 2017 in der Stadthalle Wörth angesetzt ist und immer großen Anklang findet. Dirigent Fabian Metz wünscht sich vor allem an den Klarinetten und Flöten weitere Unterstützer. „Im Blech sind wir gut aufgestellt, im Holz haben wir allerdings Abgänge zu verzeichnen“, so sein Appell an die Ortsvereine, in den eigenen Reihen nach Musikern fürs Orchester zu schauen. Auch im kommenden Jahr, haben die Musiker viel vor. Neben zahlreiche Ehrungen und einem Dirigentenstammtisch gibt es unterschiedliche Workshops und Lehrgänge für alle Alterstufen. Die Kinder für die Instrumente zu begeistern und in die Vereine zu bekommen sei kaum ein Problem. Nur der Weggang der jungen Leute, zum Beispiel wegen der Berufsausbildung oder eines Umzugs, bereitet den Vereinen Sorgen. Das Thema soll in den kommenden Monaten verstärkt angegangen werden, ebenso die sogenannte Elternarbeit, also die Unterstützung und Motivation der Kinder bei der Proben- und Vereinsarbeit von Seiten der Eltern. Auch Bundestagsabgeordneter Thomas Gebhart und Landrat Fritz Bechtel (beide CDU) waren bei der Versammlung der Kreismusiker dabei und lobten die Arbeit der Vereine und des Verbands. Gebhart lud den Vorstand als Dank für das Engagement zu einer Berlin-Reise ein. Brechtel, der zuletzt das Bundesehrenabzeichen verliehen bekommen hatte (wir berichteten) sprach das Jubiläum „200 Jahre Landkreis Germersheim“ an, das 2018 ist und von den Musikern tatkräftig mitgestaltet werden soll. „Vielleicht kann mindestens ein Ereignis in Ihren Kulturkalendern 2018 unter diesem Motto stehen“, so die Idee, die großen Anklang fand. Ein Thema, das in den Vereinen nach wie vor für energisches Kopfschütteln sorgt, ist die GEMA. 8,34 Euro zahlt jeder Verein jährlich pro Mitglied an die Verwertungsgesellschaft. Von undurchsichtigen Strukturen und komplizierten Vorgängen sprechen die Vereinsvertreter und wundern sich über die neueste Änderung. „Jedes Ständchen muss künftig wie ein Konzert angemeldet werden und dementsprechend auch die Musikfolge der GEMA weitergeleitet werden“, verdeutlichte Reiß. |bja

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