Wörth
IG Metall: Im Daimler-Werk ab jetzt Warnstreiks möglich
„Im Lastwagenwerk werden in den nächsten Wochen auch Warnstreiks stattfinden,“ stimmt Philipp Nerger von der IG-Metall-Geschäftsstelle Neustadt die Daimler-Mitarbeiter auf den kommenden Arbeitskampf ein. Mit einer Aktion am Tor 1 wiesen gut zwei Dutzend IG-Metall-Mitglieder am Montag zum Schichtwechsel ihre Kollegen darauf hin, dass die sogenannte Friedenspflicht zu Ende ist. Das heißt: Ab jetzt sind Streiks möglich. Es sei denn, die Tarifparteien einigen sich am Verhandlungstisch.
„Trotz Corona sind wir bereit“
Die Botschaft wird in der Pfalz weite Kreise ziehen: Autos mit Kennzeichen beispielsweise aus Pirmasens, Neustadt, Frankental und dem Rheinpfalz-Kreis mischten sich unter Autos aus der Südpfalz und dem Raum Karlsruhe. „Jetzt geht’s los, trotz Corona sind wir bereit“, stand auf einem Transparent, das mit lauten Hupen kommentiert wurden.
Im Werk sei die Stimmung zur Zeit eher ruhig, ja sogar gut, sagte Betriebsratsvorsitzender Thomas Zwick. Die lange vom Betriebsrat angemahnten Gespräche über die Leitbilder für das Werk sollen in den nächsten Wochen beginnen, so Zwick. Die Betriebsratsarbeit gehe trotz der Corona-Maßnahmen weiter. „Man nutzt halt wie überall die technischen Mittel“, so Zwick. Ein Beispiel sie die „virtuelle Kaffeepause“, zu der die Kollegen eingeladen werden. Auch gehen Betriebsratsmitglieder weiter in die Produktionsbereiche – eben unter Wahrung der vorgeschriebenen Abstände und mit Maske. Die Angestellten hingegen seien überwiegend noch im Homeoffice und nur im virtuellen Raum zu erreichen.
Im Lastwagenwerk Wörth arbeiten rund 10.350 Mitarbeiter, davon nach RHEINPFALZ-Informationen 350 Leiharbeiter. Zuletzt hatte für Unmut unter der Belegschaft gesorgt, dass Daimler für 2020 zwar den Aktionären eine 50 Prozent höhere Dividende, den Mitarbeitern aber keine Erfolgsbeteiligung zahlen wollte. Jetzt sollen die Mitarbeiter doch einen Bonus von 500 Euro erhalten.