Zeiskam / Westheim
Hundekot sorgt für Zoff in Dörfern
„In Bereichen, die nach außen führen, überwiegend aber im Außenbereich“, wie Ortsbürgermeisterin Susanne Lechner (FWG) informierte, sollen demnach 13 sogenannte „Hundetoiletten“ mit Abfalleimer und Müllsackspender aufgestellt werden. Zudem werden Beutelspender an zwei bereits vorhandene Mülleimer angebracht.
Laut FWG-Sprecher Peter Bohlander ist Zeiskam auch bei Hundebesitzern, die örtliche Grünanlagen sowie umliegende Feld- und Waldwege für tägliche Spaziergänge mit ihrem Vierbeiner nutzen, sehr beliebt: „Dabei fällt naturgemäß eine nicht unerhebliche Menge an Hinterlassenschaften des Vierbeiners an.“
Hundeklo für Lebensqualität der Menschen
Würden diese nicht beseitigt, beeinträchtigten sie die Lebensqualität, seien ein Ärgernis für andere Passanten: „Sauberkeit im und um den Ort stellt ein wesentliches Kriterium für die Einwohner Zeiskams dar“, betont die FWG. Und erachtet deshalb Hundetoiletten an neuralgischen Standorten als zweckdienlich: „Durch diese Art der Abfallbehältnisse wird es Hundebesitzern erleichtert, den Kot des eigenen Vierbeiners schnell und einfach sowie ordnungsgemäß und hygienisch zu entsorgen.“ Der Rat beauftragte die Verwaltung, Angebote einzuholen.
Auch im Nachbardorf stinkt’s manchen Bürgern
„Der Zustand ist unerträglich! Mir stinkt es jetzt wirklich!“, wettert Angelika Schmitt aus Westheim. Und meint damit den Hundekot, den sie und ihr Mann Helmut auf eigenen sowie gepachteten Acker- und Wiesenflächen immer mehr vorfinden. „Das wird immer schlimmer!“, berichtet sie.
Mittlerweile haben die Schmitts auf einigen Grundstücken am Radweg Richtung Lustadt und Richtung Wald Hinweisschilder aufgestellt. Ziel: Bürger davon abzuhalten, die Privatgelände zu betreten und auch Hunde davon fernzuhalten. Die Drohung: Zuwiderhandlungen werden zur Anzeige gebracht! Übrigens: Scherzkekse haben in der Hexennacht die Schilder überklebt. „Die Hundegemeinde dankt für die Spielwiese“ lautet die Aufschrift. „Wir haben nichts gegen Tiere, haben selbst Kühe“, berichtet Angelika Schmitt.
Manchem Hundebesitzer fehlt die Einsicht
Ein großes Problem aus ihrer Sicht: Die Hinterlassenschaften der Hunde fließen in die Lebensmittelkette ein. Zudem kann durch Hundekot „Neospora caninum“, ein Parasit, verbreitet werden: Kühe nehmen diesen über auf Äckern angepflanzte und verunreinigte Nahrung auf und können dadurch ungeborene Kälber verlieren, Totgeburten erleiden. Schmitt kritisiert auch die Ignoranz einiger Hundebesitzer. „Wenn man zu denen sagt, dass sie den Kot wegmachen sollen, bekommt man noch gesagt: Mir gefällt ihr Ton nicht!“
Anzeigen als letztes Mittel
Über den Missstand hat die Westheimerin auch die Gemeinde, die im Januar einige Hundetoiletten installiert hatte, informiert. Unerfreulich: Mit Kot gefüllte Beutel landen mittlerweile auch auf Äckern. Klar ist für Schmitt: „So geht es jetzt nicht mehr weiter!“ Künftig will sie Hundehalter, die sich nicht an die Regeln halten, anzeigen.