Kreis Germersheim Heute keine Wunden, nur Lob und Anerkennung

Das Campus-Sanitäter-Team an der Uni, von links: Sarah Schnaufer, Hendrik Chudoba, Melanie Backes und Boglarka Elberfeld
Das Campus-Sanitäter-Team an der Uni, von links: Sarah Schnaufer, Hendrik Chudoba, Melanie Backes und Boglarka Elberfeld

Ob Bauchschmerzen, Schnittwunden, ein Sturz oder Schlimmeres – im Europa-Gymnasium in Wörth und im FTSK (Fachbereich Translations-, Kultur- und Sprachwissenschaft) der Uni Mainz in Germersheim sind die Ersthelfer nicht weit. Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) verleiht heute den beiden ehrenamtlichen Sanitätsprojekten den mit jeweils 500 Euro verbundenen Jugend-Engagement-Preis.

Die Auszeichnung ist eine gemeinsame Initiative der Staatskanzlei Rheinland-Pfalz und der Bertelsmann Stiftung. Unter dem Motto „Sich einmischen – was bewegen“ wird er in diesem Jahr zum fünften Mal an rund 30 Initiativen vergeben. Der Wettbewerb möchte junge Menschen zum Engagement in Politik und Gesellschaft ermutigen. Und das ist am FTSK vollauf gelungen. „Das Geld hilft, damit der AStA nicht alle Kosten für Ausbildung und Verbandskästen bereitstellen muss“, freut sich Sarah Schnaufer. Sie ist im Sozialreferat des Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) für die Campussanitäter zuständig. Das Projekt war noch von ihrer Vorgängerin gemeinsam mit dem Ortsverband des DRK entwickelt worden. Gleich zu Beginn hatte sie sich nach Finanzierungsmöglichkeiten umgesehen und war so auf den Wettbewerb gestoßen. Noch werden die Kommilitonen auf ihre Aufgaben vorbereitet, ehe es mit Beginn des Sommersemesters losgehen soll. Sechs Studierende sind bereits dabei, zehn sollen es werden: „Wir müssen bei den kommenden Erstsemestern noch Werbung machen. Schließlich soll es ein längerfristiges Projekt sein“, gibt sie die Ziele vor. Dass sie selbst nicht aktiv mitmachen kann, hat einen Grund. In ihrem Freiwilligen Sozialen Jahr arbeitete sie in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung. „Und da habe ich leider mitbekommen müssen, dass ich kein fremdes Blut sehen kann.“ Die Bedeutung von Ersthelfern ist groß: „Man liest ja auch immer, dass Ersthelfer mit das Wichtigste sind, um den Menschen zu helfen.“ So sieht es auch Thorsten Heinzler. Der Lehrer für Mathematik und Physik ist selbst beim DRK in Wörth mit Schulungen und Erste-Hilfe-Kursen aktiv. Am Europa-Gymnasium ist er seit zwei Jahren für den Schulsanitätsdienst verantwortlich, der nun ebenfalls in Mainz ausgezeichnet wird. Und auch in Wörth können sie das Preisgeld gut gebrauchen. Denn künftig sollen für Schüler ab der 10. Klasse Erste-Hilfe-Kurse angeboten werden: „Hierfür werden wir eine Wiederbelebungspuppe kaufen, damit die Schüler besser üben können.“ Grundsätzlich haben sich seine 30 Schüler aus den Klassen 8 bis 13 sehr über die Auszeichnung gefreut. „Damit wird ihre Arbeit ganz einfach wertgeschätzt“, sagt Heinzler. Die Schüler werden nach einem Schichtplan eingesetzt. Täglich sind drei Zweier-Teams im Einsatz, damit ein Fehlen wegen Klassenarbeiten oder Ausflügen abgefedert werden kann. „Die Schüler holen sich morgens im Sekretariat ein Funkgerät ab, über das sie bei einem Notfall informiert werden. Und nach dem Nachmittagsunterricht geben sie es dann wieder ab. Auch bei zusätzlichen Terminen an der Schule wie Feste, Sport- oder Musikveranstaltungen sind die Schulsanitäter dabei. Über mangelndes Interesse kann Heinzler nicht berichten. Im Gegenteil, es gibt längst mehr Bewerber als freie Stellen. Dass sich am Europa- Gymnasium mehr Mädchen als Jungs für den Sanitätsdienst engagieren, überrascht Heinzler nicht: „Wenn ich mich umhöre, dann sagen das andere Schulen auch.“

Sanitäter des Schulsanitätsdienstes am Europa-Gymnasium in Wörth im „Einsatz“, Sanitäterin Catarina wird fürs Foto verarztet.
Sanitäter des Schulsanitätsdienstes am Europa-Gymnasium in Wörth im »Einsatz«, Sanitäterin Catarina wird fürs Foto verarztet.
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