Neupotz
Herrenlose Badesachen: Großeinsatz am See nach vier Stunden abgebrochen
Eigentlich wollte ein Angler nur seinem Hobby an dem Neupotzer See nachgehen. Dabei seien ihm die Kleidungsstücke aufgefallen, berichtet Volker Betzer, der als Einsatzleiter der Feuerwehr am Montagabend vor Ort war. „Da er Badegäste gesehen hat, hat er sich zunächst keine Gedanken gemacht.“ Als die weg waren, die Sachen aber immer noch am Wasser lagen, habe der Angler einen Notruf abgesetzt.
Die Polizei alarmierte die Feuerwehr, die mit 35 Leuten aus Jockgrim, Neupotz, Rülzheim und zwei Wassersuchhunden anrückte. Sofort ließen die Wehrleute Boote in den See. Auch ein Sonar-Boot der DLRG Wörth war im Einsatz. Einer der Hunde habe sich an einer Stelle beim Schilf auffällig verhalten, berichtet Betzer, woraufhin Rettungstaucher ins Wasser gingen. Gleichzeitig hätten mehrere Trupps den Uferbereich abgesucht sowie Drohnen den See und angrenzende Felder überflogen. Auch nach abgestellten Fahrrädern oder herrenlosen Autos hielten die Helfer Ausschau. Doch die Suche nach einem möglicherweise ertrunkenen Menschen blieb ergebnislos. Im Einsatz war zudem ein Mantrailer-Spürhund der Johanniter-Malteser-Rettungshundestaffel Karlsruhe. Er habe an der gleichen Stelle wie der andere Hund „Auffälligkeiten“ gezeigt, so der stellvertretende Wehrleiter der Verbandsgemeinde Jockgrim. Schließlich habe er eine Spur Richtung Neupotz aufgenommen, die sich aber abrupt verloren habe.
Ein Rest Ungewissheit bleibt
Vier Stunden lang, bis nach Mitternacht, haben Rettungskräfte der Feuerwehr, der DLRG, der DRK-Wasserwacht Herxheim und die Polizei im Wasser, aus der Luft und am Land vergeblich nach einem möglicherweise in Not geratenen Schwimmer gesucht. „Man hatte zu diesem Zeitpunkt alles gemacht, was man tun kann“, erzählt Volker Betzer.
Bei der Polizei Wörth waren bis Dienstagnachmittag keine Hinweise eingegangen, wem die Kleidung und das Badetuch gehören. Auch vermisst gemeldet wurde niemand, sagt ein Polizeisprecher auf Nachfrage. Umliegende Krankenhäuser waren schon in der Nacht überprüft worden. Die Polizei geht nicht mit hoher Wahrscheinlichkeit davon aus, dass tatsächlich jemand am Setzfeldsee ertrunken sein könnte. Es gebe außer den Kleidern keine Hinweise diesbezüglich. Gleichwohl seien die Sachen am Einstieg zu einer Badestelle so vorgefunden worden, als wenn jemand wirklich schwimmen gegangen wäre. „Wir haben viel durchgesponnen“, sagt der Polizist. Möglicherweise sei jemand mit „normalen“ Klamotten an den See gekommen, habe diese nach dem Baden wieder angezogen und den Rest vergessen.
Die Polizei Wörth bittet um Hinweise unter der Telefonnummer 07271 92210 oder per E-Mail unter piwoerth@polizei.rlp.de. „Den Eigentümer wohlbehalten zu finden, würde auch uns als Feuerwehr helfen, den Einsatz zu verarbeiten und die verbleibende Ungewissheit auszuräumen“, schreibt die Feuerwehr Neupotz auf ihrer Facebook-Seite.