Kreis Germersheim Helferkreis Asylbewerber sucht weitere Helfer

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Sich um Flüchtlinge kümmern und diese integrieren – diese Aufgabe betrifft nach Ansicht von Klaus Weber, Koordinator des Helferkreises (HK) Asylbewerber, alle Zeiskamer: „Das ist nicht unsere alleinige Angelegenheit, sondern die des ganzen Ortes. Wir brauchen die Unterstützung von allen – und sei es nur moralisch, dass gezeigt wird, dass wir alle im gleichen Boot sitzen“, sagte er bei der jüngsten Ratssitzung.

Dass „alle Anfänge schwer“ seien, verhehlte Weber nicht. Mittlerweile gebe es aber einen festen Helferstamm: „Die Leute in der Gruppe sind sehr engagiert.“ Der HK betreue und unterstütze ankommende Flüchtlinge, weise diese in das ein, was sie in Deutschland erwartet. Die Bedürfnisse seien unterschiedlich: „Manche können sich selbst gut behelfen, andere brauchen ständig Hilfe.“ Weber betonte: „Wir versuchen die Leute zu integrieren.“ Denn für die Bürger sei es wichtig zu wissen, mit wem sie es zu tun haben und umgekehrt. „Wir wurden vom Budo-Club eingeladen und haben eine Kleidersammelaktion gemacht, die sehr erfolgreich war“, sagte Weber. Auch dabei habe man versucht, Flüchtlinge zu integrieren: „Sie konnten beim Sortieren helfen.“ Webers Wunsch: Flüchtlinge in Vereinen zu integrieren: „Ich weiß, dass es im Ort ein reges Vereinsleben gibt.“ Er begrüßt es, dass einige Flüchtlinge die Übungsstunden der Männergymnastikgruppe in Bellheim besuchen. Fritz Riemer (SPD) fragte, wie der Deutschunterricht angenommen wird. Weber: „Die frisch Angekommenen versuchen wir zum Unterricht zu bringen.“ Der finde zweimal wöchentlich jeweils 90 Minuten statt: „Mehr ist leider nicht leistbar.“ Riemer kritisierte die Arbeitsmoral der Flüchtlinge, von denen einige der Gemeinde helfen sollen: „Da sieht es mau aus. Es kann nicht sein, dass sie Leistungen beziehen, und sie kommen einfach nicht.“ Riemer forderte deshalb eine Kontrollfunktion. Laut Weber sind die Flüchtlinge „gut vernetzt“. „Anfangs kommen sie zur Arbeit, später nicht mehr, weil woanders nicht gearbeitet wird. Das ist ein großes, ein politisches Problem und sehr schwer zu vermitteln.“ Weiter sagte er: „Wir erklären denen, dass sie der Gesellschaft etwas zurückgeben sollten.“ Laut Susanne Lechner (WGA) gibt es „keine Handhabe“: „Das ist für die Helfer unheimlich schwer. Eine Kontrollfunktion ist vom HK nicht leistbar.“ Laut Gertrud Diehlmann (WGA) sollten die Flüchtlinge motiviert werden, arbeiten zu gehen. Gerhard Frey (SPD) sagte, man müsse den Flüchtlingen klar machen, dass irgendwann die Stimmung in der Bevölkerung umschlage, die Freundlichkeit verschwinde und es in Deutschland dann auch nicht so angenehm sei. Ortsbürgermeister Klaus Weiß (SPD) bestätigte: „Die Stimmung kann kippen.“ Und: „Wir können im Gemeinderat keine Weltpolitik machen. Wir sind froh, dass wir die Helfer haben.“ Diese seien „eine riesige Entlastung für die Verwaltung.“ Laut Weiß gibt es derzeit in Zeiskam keinen geeigneten Wohnraum mehr, um Flüchtlinge unterzubringen. Um eine breite Öffentlichkeit anzusprechen, sollte laut Lechner regelmäßig über Kontaktdaten und Zahlen berichtet werden. Weber betonte, dass der HK, um weitere ankommende Flüchtlinge zu betreuen, „noch mehr Willige, die Patenschaften übernehmen können“, brauche. Peter Nikolaus (CDU) wünschte sich offene Treffen, bei denen „offene Begegnungen auf eine breitere Basis gestellt werden können“. Nikolaus plädierte wie Weber dafür, im Ort eine „Kleiderkammer light“ einzurichten. Kontakt Klaus Weber, Telefon 0176 97898986. (nti)

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