HAGENBACH / KARLSRUHE RHEINPFALZ Plus Artikel Haustürhersteller Groke weitet Produktion massiv aus

Groke-Neubau: 9000 Quadratmeter großes Gebäude in der Hagenbacher Faureciastraße.
Groke-Neubau: 9000 Quadratmeter großes Gebäude in der Hagenbacher Faureciastraße.

Wenn die Arbeiten an dem neuen Gebäude voraussichtlich im Sommer nächsten Jahres abgeschlossen sind, soll sich die Mitarbeiterzahl versiebenfacht haben. Und der Firmensitz soll von Karlsruhe nach Hagenbach verlegt werden.

Der Haustürenhersteller Groke hat für seinen Standort in Hagenbach große Pläne: Ab Sommer will das (noch) im Karlsruher Rheinhafen ansässige Unternehmen seine Produktionskapazitäten massiv erweitern. Wenn die Bauarbeiten voraussichtlich im August 2022 beendet sind, arbeiten dort 280 statt bisher 40 Menschen. Hagenbach soll dann neuer Firmensitz werden.

Arbeiten beginnen im August

Faurecia, Linde + Wiemann … das Industriegebiet an der L 556 zwischen Hagenbach und Neuburg ist bei Automobilzulieferern offenbar sehr beliebt. Aber nicht nur bei diesen! Mit den Firmen Groke und Noblesse haben sich auch zwei namhafte Hersteller von Aluminium-Haustüren Produktionsstätten aufgebaut. Im Jahr 2016 nahm Groke sein Werk in der Faureciastraße 5 in Betrieb. Schon damals sollte es nur der „erste Bauabschnitt“ sein – der zweite folgt jetzt: Im August sollen die Arbeiten zur Erweiterung des Standorts beginnen. Geplant ist, die bestehende Produktionshalle auf dem 2,2 Hektar großen Gelände deutlich zu erweitern. Und zwar um 7000 Quadratmeter Produktions- und 2000 Quadratmeter Büro- und Ausstellungsfläche.

Bauherr ist die Sommer-Gruppe. Das ist die in Kirchheim unter Teck ansässige Groke-Muttergesellschaft, so Unternehmenssprecher Markus Beck. Etwa 15 Millionen Euro wolle sie in Hagenbach investieren. Seit dem Jahr 2004 gehört Groke zu dem Hersteller von Drehtorantrieben. Der Jahresumsatz der Gruppe liege bei 170 Millionen Euro, wobei der Umsatz von Groke etwa 40 Millionen Euro ausmache. Groke erziele seine größten Umsätze in Deutschland. Der Exportanteil liege bei 15 Prozent. „Die USA und China sind mit einem kleinen Umsatzanteil, aber mit ansprechendem Wachstum sicher Märkte der Zukunft“, so Beck.

Keimzelle war eine Schlosserwerkstatt

Die Anfänge von Groke gehen ins Jahr 1898 zurück. Firmengründer Georg Groke hatte eine Schlosserwerkstatt. Für den Markgrafen von Baden schmiedete er Zäune für den Karlsruher Schlossgarten. Mitte der 1950er Jahre spezialisierte sich Groke auf Aluminium-Produkte. Anfangs auch in Jockgrim tätig, gab man die dortige Produktionshalle um das Jahr 1968 auf. Alles zentrierte sich in der Wikingerstraße im Karlsruher Rheinhafen. Dieser Standort ist mittlerweile zu klein geworden. Wenn die Erweiterungsarbeiten in Hagenbach voraussichtlich im August 2022 abgeschlossen sind, will Groke seinen Firmensitz nach Hagenbach verlegen.

„Für den Standort sprach das angebotene Grundstück in Größe und Preis“, sagt Beck. Aber auch der Hebesatz der Gewerbesteuer und die Tatsache, dass viele Mitarbeiter bereits aus der Region kommen, sprachen dafür. Obendrein nennt der Firmensprecher als Grund „die bestehenden Verbindungen zur Stadt Hagenbach, Infrastruktur und Verkehrsanbindung.“ Laut Beck nimmt der Anteil von Aluminium-Haustüren gegenüber Kunststoff- und Holztüren stetig zu: „Mittlerweile dürfte der Anteil bei 40 bis 45 Prozent des deutschen Marktes liegen.“ Das Potenzial im „grenznahen Umland“ – dazu zählt Beck neben Frankreich und der Schweiz auch Österreich und Italien – sei sehr hoch.

Ziel: Europas modernster Produktionsort

„Die Expansion und Ausweitung der Produktionskapazitäten werden dringend benötigt, um dem Wachstum der Firma Groke und der großen Nachfrage nach Aluminium-Haustüren gerecht zu werden“, heißt es in einer Firmen-Mitteilung. Erklärtes Ziel sei, „Hagenbach zum modernsten, effektivsten und wirtschaftlichsten Produktionsstandort für Aluminium-Haustüren in Europa auszubauen.“ Dementsprechend werde auch in neue Fertigungstechnik investiert, „die Produktionszeiten pro Tür enorm verbessert und reduziert.“ Die Firma kündigt an, beim Bau seines neuen Hagenbacher Firmensitzes auch Umwelt- und Energiesparmaßnahmen im Blick zu haben.

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