Kreis Germersheim Gute Werte für Industriestandorte am Rhein

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Die Städte Wörth und Germersheim gehören zu den führenden Industrie- und Gewerbestandorten der Pfalz. Das lässt sich aus einer Analyse ablesen, die die Industrie- und Handelskammer (IHK) für die Pfalz veröffentlicht hat. Sie hat dabei 15 Kommunen in der Pfalz nach solchen statistischen Kennzahlen untersucht, die einen bedeutenden Einfluss auf die Standortentscheidungen von Unternehmen haben.

Zu den untersuchten Daten gehören beispielsweise die Gewerbesteuerhebesätze und Kaufkraftkennziffern, aber auch Fahrzeiten zu Flughäfen oder der Jugend- und Altersquotient, bei dem die Zahl der Jugendlichen beziehungsweise Älteren in Bezug auf 100 Personen im Alter zwischen 20 und 65 Jahren angegeben wird. Gegliedert ist die Rangfolge in sieben Blöcke, wobei Wörth und Germersheim im größten Block „Kommunale Standortbedingungen“ Spitzenplätze belegen. Wörth hat mit 365 Prozent den niedrigsten Gewerbesteuerhebesatz und führt damit die Liste der 15 Kommunen an. Das gilt auch für die Grundsteuer B, die gesamten Steuereinnahmen der Stadt und die Schulden der Kommune. Bei Letzterem liegt Wörth zurzeit (noch) bei 0 Euro. Germersheim platziert sich im Mittelfeld mit 390 Prozent Gewerbesteuerhebesatz (Rang 7), 370 Prozent Grundsteuer (Rang 6), Steuereinnahmekraft (Rang 7) und Schulden des städtischen Haushaltes je Einwohner (Rang 4). Ganz vorne ist die Stadt mit den niedrigsten Kosten für die Abwasserbeseitigung. Der Wasserpreis selbst liegt wieder im Mittelfeld (Rang 7). „Mit der Broschüre ’Kommunen im Vergleich’ wollen wir zusätzlich Transparenz bei der Standortqualität der Kommunen schaffen“, sagt Ruth Scherer, Referentin der IHK im Geschäftsbereich Standortpolitik. Diese Analyse ergänze die Studie „Wirtschaftsstandort Pfalz“ der IHK Pfalz, für die regelmäßig rund 10.000 Unternehmen in zwölf pfälzischen Kommunen zu den Standortfaktoren vor Ort befragt werden. „Steuern und Abgaben, Infrastruktur und Arbeitskräfteangebot sind wichtige Standortfaktoren für Unternehmen“, erläutert Scherer. Ein Ergebnis der Analyse sei zum Beispiel, dass die Entwicklung der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten zwischen 2006 und 2016 in der Pfalz um 16,3 Prozent gestiegen sei. „An der Spitze liegt Speyer, hier beträgt der Beschäftigungszuwachs 30,3 Prozent“, wie Scherer berichtet. Ein Indikator dokumentiert auch die Veränderung der Arbeitslosenzahlen zwischen den Jahren 2009 und 2016. Der prozentual stärkste Rückgang war in Wörth zu verzeichnen: minus 26,7 Prozent. Dieser Themenblock des IHK-Rankings ist eine Wörther Domäne. Die Stadt verzeichnet nicht nur den stärksten Rückgang der Arbeitslosigkeit, sondern sie hat auch die meisten Beschäftigten pro 1000 Einwohner. Dass Wörth auch in der Einpendler-Statistik je 1000 Einwohner ganz vorne steht, liegt klar am Mercedes-Benz Lastwagenwerk mit seinen über 10.000 Mitarbeitern. Ludwigshafen hat mit der BASF mehr Einpendler, aber auch ein höhere Einwohnerzahl, so das die Einheit „pro Tausend“ Wörth vorne sieht. Dank dieses statistischen Verhältnisses stehen auch Kusel und Kirchheimbolanden vor Ludwigshafen. Den letzten Platz belegt Germersheim bei der Zahl der Arbeitsplätze. Die ist nach den Zahlen des Statistischen Landesamtes von 2006 bis 2016 um 93 auf 9690 zurückgegangen. Wörth liegt in diesem Segment mit 2475 zusätzlichen Arbeitsplätzen seit 2006 auf Platz vier. Insgesamt wurden 2016 dort 16.945 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze gezählt. Im unteren Drittel rangiert Wörth beim Thema Tourismus und Wohnqualität. Da steht Germersheim, etwas besser da, belegt in den Unterpunkte Gastgewerbe, Altersstruktur im Gastgewerbe und Auspendler Plätze im oberen Drittel. Bei der Zahl der Übernachtungen haben beide Städte noch viel Luft nach oben. Sie liegen nach Zahlen des Jahres 2015 auf den Plätzen 12 (Germersheim) und 13. Dahinter folgen Kirchheimbolanden und Kusel, von denen allerdings keine Zahlen vorliegen. Spitzenreiter bei den Übernachtungszahlen und bei Gastronomie ist, wen wundert’s – Bad Dürkheim. Zu den untersuchten Kommunen zählen die acht kreisfreien Städte der Pfalz sowie die Städte Bad Dürkheim, Germersheim, Kirchheimbolanden, Kusel, Schifferstadt und Wörth sowie die Gemeinde Haßloch. Anhand von 31 einzelnen, objektiv messbaren Indikatoren und Kennziffern werden Indexwerte berechnet und für jeden einzelnen Indikator eine Rangliste erstellt. Die Daten stammen vom Statistischen Landesamt Rheinland-Pfalz und der Bundesagentur für Arbeit sowie aus eigenen Erhebungen der IHK Pfalz. Info Die komplette Analyse ist auf der Internetseite der IHK Pfalz, www.pfalz.ihk24.de zu finden. |tom

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