Kreis Germersheim Gutachten lässt auf sich warten

Bei der Explosion in der BASF am 17. Oktober 2016 kamen mehrere Menschen ums Leben.
Bei der Explosion in der BASF am 17. Oktober 2016 kamen mehrere Menschen ums Leben.

In einem Brief an die RHEINPFALZ äußern Inge und Günther Koch aus Westheim ihr Unverständnis darüber, dass noch immer kein abschließendes Gutachten zum Explosionsunglück am 17. Oktober 2016 im Ludwigshafener Nordhafen erstellt wurde. Der Sohn des Ehepaares, Michael Koch, ehemaliger Wehrleiter der Verbandsgemeindefeuerwehr Lingenfeld, war als Feuerwehrmann einer der vier Toten, die bei dem Unglück ums Leben gekommen sind.

Zur Explosion ist es nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft Frankenthal gekommen, als im Ludwigshafener Nordhafen bei Wartungsarbeiten an einer geleerten und gespülten Pipeline eine benachbarte, mit brennbarem Raffinat gefüllte Röhre vom Mitarbeiter einer Fremdfirma mit einer Trennscheibe angeschnitten wurde (RHEINPFALZ, 28. Juli 2017) „Die Versicherung begleicht den wirtschaftlichen Schaden, der durch die Explosion entstanden ist, obwohl noch ein Gutachten fehlt“, schreiben die Kochs und beziehen sich auf den Artikel in der RHEINPFALZ. Darin wurde berichtet, dass die durch das Unglück verursachten Gewinneinbußen durch eine Versicherungszahlung in Höhe von 100 Millionen Euro ausgeglichen worden seien. Sowohl die Kosten des Wiederaufbaus als auch der Schaden durch Betriebsunterbrechungen waren versichert. „Der Schadensfall scheint hiermit für die BASF erledigt“, schreiben die Eltern des getöteten Feuerwehrmanns weiter. „Bedenklich scheint, dass der Sachverständige nicht in der Lage ist, in einem angemessenen Zeitraum sein Gutachten zu erstellen“, dabei seien schon direkt nach dem Unglück Gutachten erstellt worden. „Wieso ist dieses Gutachten so bedeutend und wer ist ihr Auftraggeber?“, fragt das Ehepaar in seinem Brief und fragt außerdem „Warum es nicht möglich ist, bei solch einem Unglück mit vier Toten und Schwerverletzten eine Frist zu setzen, damit endlich Anklage gegen den oder die Verursacher erhoben werden kann.“ Das Ende der Ermittlungen gegen den Beschuldigten, den Mitarbeiter der Fremdfirma, sei nicht in Sicht, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt in Frankenthal, Hubert Ströber, der RHEINPFALZ. Es gebe für solche Fälle nur sehr wenige Sachverständige.

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