Kreis Germersheim Grundschulgeburtstag wird nachgefeiert

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OTTERSHEIM. Vor fünfzig Jahren, im Oktober des Jahres 1965, wurden zur Freude der Bevölkerung die neuen Schulgebäude mit der Turnhalle ihrer Bestimmung übergeben.

Eigentlich sollte dieses Jubiläum in diesem Jahr gefeiert werden, wäre nicht die seit längerem geplante und nicht mehr verschiebbare Sanierung des Gesamtkomplexes dazwischen gekommen. „Wir werden deshalb nach Beendigung der Arbeiten das 50-jährige Schuljubiläum gebührend nachfeiern und uns alle auf ein großes Fest in den erneuerten Räumlichkeiten freuen“, versicherte die Schulleiterin Sigrid Schwab. Ein Blick in die rund 450-jährige Schulgeschichte von Ottersheim zeigt, dass es im Ort bis in die Mitte des 16. Jahrhunderts keine Schule gab, obwohl die Gemeinde zu dieser Zeit 300 Einwohner bei 58 Haushaltungen zählte. Ein Kompetenzbuch erwähnt dann 1573 in Ottersheim einen eigenen Lehrer. Es heißt dort: „Drei Morgen Äcker und drei Morgen Wiesen, so zur Frühmeß gewidmet, Anno 1573 aber dem Schulmeister zugeordnet.“ Als erstes Schulhaus diente wahrscheinlich das leerstehende Pfarrhaus, da der damalige Pfarrer Valentin Kempfer in Knittelsheim wohnte. Zudem waren die Lehrer zu dieser Zeit Gehilfen des Pfarrers und wurden meist aus Mitteln der reichen Klostergüter besoldet. Da gegen Ende des 17. Jahrhunderts das Pfarrhaus wieder für den Pfarrer gebraucht wurde, kaufte die Gemeinde ein Anwesen in der Lange Straße 62, das bis Anfang des 19. Jahrhunderts als Schulhaus diente. Wegen „Schulraumnot“ erwarb dann die Gemeinde im Jahre 1827 das zweistöckige Haus des verarmten ehemaligen Bürgermeisters „Koppe-Maire“, das mit zwei Schulzimmern und einer Lehrerwohnung für die katholischen Kinder ausreichte. Für die reformierten Kinder wurde daneben ein kleines Steinhaus mit einem Schulsaal und einer Lehrerwohnung errichtet. Schon Ende des 19. Jahrhunderts waren die Schulverhältnisse erneut so beengt, dass nach mühseligen Beratungen im Jahr 1902 das für damalige dörfliche Verhältnisse prachtvolle Schulhaus in der Dorfmitte erbaut wurde; es hatte drei Schulsäle, zwei Lehrerwohnungen und eine kleine Verweserwohnung. Schon spätestens 50 Jahre später war auch das geräumige Schulhaus wieder zu klein und so beschloss der Gemeinderat den Bau einer neuen Schule nach den damals neuesten Erkenntnissen. Im Oktober 1963 erfolgte die Grundsteinlegung, im Oktober 1965 wurde die neue Volksschule eingeweiht. Auf dem großzügigen Außengelände stehen seitdem ein zweigeschossiger Haupttrakt, ein eingeschossiger Pavillon, die Turnhalle und die Nebengebäude, die nunmehr einer Sanierung unterzogen werden. Hinzugekommen ist inzwischen auch der Spielplatz im Schulbereich. Das alte Schulhaus ist in ein modernes Bürgerhaus umgebaut worden. Im Jahre 1972 erfolgte die Umwandlung zur Grundschule, die auch von den Grundschülern aus Knittelsheim besucht wird. Nach 50 Jahren hat heute die damals am nördlichen Ortsrand errichtete Schule durch die entstandenen Neubaugebiete schon längst wieder eine zentrale Ortslage eingenommen. (fn)

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