Kreis Germersheim Google weiß doch nicht alles

Zeiskam wie Google es sieht. Aber so kennen die Zeiskamer ihr Dorf nicht, dafür die Zweibrücker ihre Stadt.
Zeiskam wie Google es sieht. Aber so kennen die Zeiskamer ihr Dorf nicht, dafür die Zweibrücker ihre Stadt.

Zeiskam ist ein idyllisches Dorf. Es gibt hier zahlreiche schöne Häuser, die dem Charakter des Dorfes entsprechen. Wer indes an die Adresse https://www.google.com/maps/place/Zeiskam/@49.2360876,8.2242691, 13z/data=!3m1!4b1!4m5!3m4!1s0x 47964d7cc4b8f499:0x422d4d510db 5f20!8m2!3d49.2333543!4d8.25047 51 gerät und hinschaut, der wird sich verwundert die Augen reiben: mondäne Stadthäuser, die einen schönen Platz einfassen. Der schwedische Geograf und Reiseschriftsteller Sven Hedin (1865 bis 1952) vertrat die Ansicht, dass dieses Areal zu den schönsten Platzanlagen Europas zählt. Wer Sven Hedin kennt, der weiß, dass der sich auskannte in der Welt. Die hat er gesehen und dabei den Indus entdeckt. Aber wie Kolumbus (1451 bis 1506), der in Amerika landete und meinte Westindien entdeckt zu haben, könnte auch Sven Hedin sich geirrt haben. Der glaubte nämlich in Zweibrücken zu sein, als er das bereits erwähnte Gebäudeensemble entdeckte. Aber der Schwede kannte damals Googles Weltbild noch nicht. Und die wissen – dank unzähliger Informationsquellen – wie wir inzwischen wissen, so ziemlich alles. Und demnach liegt besagte Herzogsvorstadt nicht in Zweibrücken, sondern in Zeiskam. „Fake news!“, werden nun West- und Südpfälzer empört aufschreien; wissen es doch die Einwohner der Orte, die beide mit Z anfangen und in der Pfalz angesiedelt sind – liegt darin vielleicht die Fehlerquelle? – am besten. Allerdings würde die Herzogsvorstadt gar nicht zu Zeiskam passen. Und Zweibrücken würde sie wohl nur ungern hergeben. Verärgert ist seit Monaten ein Leser der RHEINPFALZ, der die Redaktion auf die Geschichte jetzt aufmerksam gemacht hat. Denn nach eigenen Angaben hat er wiederholt – erfolglos – Google auf die Verwechslung hingewiesen. Dabei wusste er die Gebäude, die angeblich in Zeiskam stehen, anfangs gar nicht zuzuordnen. Ein illustrierter Bericht in der RHEINPFALZ half da weiter. Das verspricht er sich übrigens von diesem nun auch. Wir sind gespannt.

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