Kreis Germersheim Glosse: Leute! Kommt runter!

Meinungsfreiheit an sich ist ja schon ein schwierig` Ding. Weit mehr, als nur was rauszuposaunen. Und dann auch noch eine andere Meinung zu akzeptieren – geht gar nicht. Manchmal zumindest. Zum Beispiel, wenn man sich seiner Meinung so sicher ist, wie die Befürworter der zweiten Rheinbrücke bei Wörth. Und plötzlich steht da was Gegenteiliges in der Zeitung. Was die Leute der RHEINPFALZ gestern via Facebook alles vorwarfen: Einseitigkeit war noch das Geringste. Und das nur, weil wir Schülern des Germersheimer Goethe- Gymnasiums innerhalb des bundesweiten Projektes „Umwelt macht Schule“ eine eigene Seite zum Thema Verkehr gestalten ließen. Dass Zwölftklässler des Leistungskurses Sozialkunde dabei zu dem Schluss kommen, eine zweite Rheinbrücke könnte unnötig sein, lässt die Wogen hochgehen. Zumindest bei denen, die eine zweite Rheinbrücke für absolut notwendig halten. Wenigstens eine gegenteilige Meinung hätte die RHEINPFALZ veröffentlichen müssen, fordert zum Beispiel Rheinbrücken-Befürworter Steffen Weis via Facebook und droht zeitweilig sogar mit Beschwerde beim Presserat. Genau der Steffen Weis übrigens, über dessen Pro-Rheinbrücken-Demonstrationen die RHEINPFALZ regelmäßig berichtet, ohne gleich die gegenteilige Meinung beispielsweise der Umweltverbände daneben zu stellen. Was der Mann in dem Fall ja auch nie gefordert hat ... Noch härter drauf als der Rheinbrücken-Demonstrator sind die Postings der Verfasser, die schon immer gewusst haben, dass die RHEINPFALZ gegen diese Brücke ist. Was leider belegt, dass genau diese Facebook-Poster die RHEINPFALZ nicht oder nur sehr, sehr oberflächlich lesen. Aber draufhauen. Richtig ernst wird’s allerdings, wenn in einem Beitrag sehr vorwurfsvoll kritisiert wird, wie die RHEINPFALZ im Kommentar auf dieser Seite der Schüler eine Meinung veröffentlichen könne. Da wird glatt die Objektivität eines Kommentars angezweifelt. Volltreffer. Ein Kommentar ist reine Meinung; in dem aktuellen Fall die einer Schülerin. Und mit der kann man sich, wie mit jeder Meinung, sachlich auseinadersetzen. Auch via Facebook. Aber bitte aufpassen, dass es nicht doch zum Fakebook wird. Leute! Kommt runter! Nehmt Euch Zeit und denkt nach, bevor ihr irgendeinen Quatsch ins Netz haut, nur weil die Daumen am Smartphone kleben. Und wenn’s Kritik oder Fragen gibt: Wir sind zu erreichen! In Germersheim und Wörth. Täglich von 9 bis 18 Uhr. Oft auch länger. Das kommt euch ein bisschen altmodisch vor? Mag sein. Dafür ist es garantiert live. Aber natürlich sind auch andere Meinungen möglich.