Kandel RHEINPFALZ Plus Artikel Gestresste Schafe vor Schule abgestellt

in Blick in das Innere des Tiertransporters.
in Blick in das Innere des Tiertransporters.

Ein Anhänger voller Schafe wurde am Freitagmorgen vor der Integrierten Gesamtschule geparkt. Der Hintergrund der ungewöhnlichen Aktion und was später aus den Tieren wurde.

„Die Tiere waren im Stress“, lautet das Urteil von Susanne Luppert. Die engagierte Tierschützerin unterrichtet als Lehrerin an der Integrierten Gesamtschule Kandel. Am Freitagmorgen wurde sich von einem Mitglied der erweiterten Schulleitung angerufen: Auf der Busstraße der Schule sei ein Tiertransporter abgestellt worden, „das kam ihr komisch vor“.

Luppert machte sich umgehend selbst ein Bild von der Lage. Im Anhänger selbst sei eine dünne Lage Einstreu gelegen. „Die Tiere waren sehr nervös und unruhig, sind ständig übereinander gestiegen“, sagt sie. „Ich bin Tierrechtlerin, ich finde das furchtbar.“ Es habe sich um „wunderschöne Tiere“ gehandelt, „Lämmer, knapp ein Jahr“, lautet ihre Schätzung. Dabei habe sie den Eindruck gehabt, dass das Fell der Tiere nass gewesen sei.

Polizei sieht sich nicht zuständig

Schnell informierte Luppert die Polizei in Wörth, die sich mit dem Verweis auf „ruhenden Verkehr“, also ein geparktes Fahrzeug, als nicht zuständig erklärte. Daraufhin rief sie beim Ordnungsamt in Kandel an. Gegen 8.30 Uhr sei eine Anzeige eingegangen, bestätigt Mike Schönlaub von der Verbandsgemeindeverwaltung Kandel. Man habe sich dann vor Ort umgesehen.

Der Fahrer war im Auftrag der Viehzentrale Südwest unterwegs, um Lämmer und Schafe nach Stuttgart zu bringen. Er habe den Anhänger in Kandel geparkt, um in der Nähe noch weitere Tiere abzuholen, „für den gemeinsamen Weg zum Schlachthof“. Mit dem Anhänger hätte er bei dem anderen Schafstall nicht rangieren können, deshalb standen die Tiere kurz unbeaufsichtigt an der Schule.

Nach dem Hinweis der Beamten, dass der Anhänger dort nicht abgestellt werden dürfe, habe sich der Fahrer verständig gezeigt. Er habe zugesagt, dort nicht mehr zu parken. Deshalb habe er nur eine mündliche Verwarnung bekommen, so Schönlaub. Hinsichtlich des Zustands der Tiere sei den Beamten nichts Besonderes aufgefallen. „Wir sind nicht das Veterinäramt“, merkt Schönlaub an.

Der Transporter war zwischen Schule und Bienwaldhalle abgestellt. Dort begann kurz darauf die Feier zum Naturschutzgroßprojekt B
Der Transporter war zwischen Schule und Bienwaldhalle abgestellt. Dort begann kurz darauf die Feier zum Naturschutzgroßprojekt Bienwald.

Allerdings könnte das Park-Intermezzo dennoch ein Nachspiel haben: Sabine Luppert waren die extrem abgefahrenen Reifen am Fahrzeug aufgefallen, wie sie sagt. „Das sind dann die Tiertransporte, bei denen wir die großen Unfälle haben.“ Denn bei Regen oder Bremsvorgängen könnten gefährliche Situationen entstehen. Die Polizei habe ihr inzwischen zugesagt, der Sache nachzugehen, sagt sie am Freitagmittag gegenüber der RHEINPFALZ.

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