Kreis Germersheim Germersheim/Wörth: Ärger und Frust über Umgang mit Wildtieren
Germersheim/Wörth: Illegale Kirrung im Wald bei Sondernheim und ein verletzter Bussard an der A 65 bei Wörth. Für Tierschützer Willy Schuppert fängt das neue Jahr an wie das alte aufgehört hat – mit Ärger und Frust über den Umgang mit wilden Tieren.
Kein guter Jahreswechsel für Tierschützer Willy Schuppert aus Rülzheim: Am Samstag fand er auf einem seiner Spaziergänge im Wald bei Sondernheim eine illegale Kirrung (Fütterungsstelle, um Wild zur Jagd anzulocken) und nach Wörth wurde er gerufen, um einen verletzten Bussard zu retten. Am ersten Werktag im neuen Jahr besuchte er dann die Untere Jagdbehörde bei der Kreisverwaltung Germersheim und erstatte dort Anzeige wegen mutmaßlichen Verstoßes gegen das Kirrverbot.
Behörde prüft angeblich illegale Kirrung
„Die untere Jagdbehörde überprüft derzeit, ob ein Verstoß gegen die Kirr- und Fütterungsverordnung vorliegt“, heißt es in der Antwort der Kreisverwaltung auf eine entsprechende Anfrage der RHEINPFALZ. Hierzu werde auch der zuständige Jagdpächter angehört. Und weiter: „Sollte ein Verstoß nachgewiesen werden können, erfüllt dies den Tatbestand einer Ordnungswidrigkeit, welche mit einem Bußgeld geahndet werden kann.“ Aufgrund des laufenden Verwaltungsverfahrens und den noch nicht abgeschlossenen Prüfungen, könnten weitere Fragen noch nicht abschließend beantwortet werden, so die Mitteilung der Behörde. Schuppert hatte im Bereich eines Hochsitzes eine Fütterungsstelle mit Obst und Geflügelkadavern gefunden. An Teilen der Kadaver sei sogar noch die Beringung gewesen. Die könne jetzt zumindest auf die Herkunft der toten Tiere hinweisen. Auch Eierschalen habe er in größeren Mengen gefunden, berichtete der Tierschützer gegenüber der RHEINPFALZ. Außerdem fand er zwei alte Autoreifen unter dem Hochsitz. Die untere Abfallbehörde werde veranlassen, dass die Autoreifen sachgerecht entsorgt werden, hieß es dazu in der Stellungnahme der Kreisverwaltung.
Hilfloser Bussard auf der A65 gerettet
Als mittlerweile national bekannter und ausgezeichneter Vogelschützer ist Willy Schuppert „rund um die Uhr“ erreichbar, wenn es ums Tierwohl geht. Nach Wörth an die A65-Abfahrt Dorschberg wurde er wegen eines flugunfähigen Bussards gerufen, der hilflos an der Böschung saß. Schuppert brachte das Tier zur Tierärztin nach Hagenbach, die den gebrochenen Steuerschwanz versorgte, und übergab es anschließend einem Falkner, der sich um das Tier kümmert. „Der Bussard hätte nicht mehr fliegen können, wäre eingegangen“, sagte Schuppert. Ob die Verletzung von einem Unfall oder einer Greifvogelfalle stamme, könne er nicht sagen, so der 70-Jährige. Leider würden in Deutschland – vor allem im Norden – immer wieder illegale Greifvogelfallen gefunden. Damit wollten sich Jäger der Konkurrenz aus der Luft entledigen, so Schuppert. Am Tag nach Weihnachten sei er zu einer solchen Falle gerufen worden, wo Greifvögel mit fixierten lebenden Tauben geködert worden seien.