Jockgrim Geplantes Wärmewerk: Nachbargemeinde lehnt Rüttler-Einsatz ab
„Jockgrim ist von den Plänen des Wärmewerkes Wörth voll betroffen“, fasste Ortsbürgermeister German Guttenbacher (CDU) einige Tage nach der jüngsten Ratssitzung und dem Bericht in der RHEINPFALZ zu diesem Thema die Stimmung im Ortsgemeinderat zusammen. Eigentlich war in der Sitzung nur die Information über die Pläne im Erlaubnisfeld „Bertha“ und die geplanten seismischen Messungen Anfang des nächsten Jahres vorgesehen. Die Messung mittels „Rüttelmaschinen“ lehnt der Ortsgemeinderat jedoch einstimmig ab.
Negative Erfahrungen
Grund für diesen Beschluss sind die negativen Erfahrungen mit den letzten vergleichbaren Messungen, die vor einigen Jahren in Jockgrim ebenfalls mit Rüttelmaschinen vorgenommen wurden. Die Wellen, die ins Erdreich geschickt wurden, verursachten Schäden wie Setzrisse an Häusern im Ort, so die Argumentation. Dies liege an der besonderen Bodensituation in Jockgrim. Die Gebäude und Straßen sind an vielen Stellen nicht auf gewachsenem, natürlich tragfähigen Boden errichtet. In der Gemeinde gibt es viele Bereiche, die bis zu 9 Meter aufgefüllt sind.
Häuser stehen auf verfüllten Löchern
Das dort gewachsene Erdreich enthielt große Lehmvorkommen, der Lehm wurde bis in die 1970er Jahre als Rohstoff für das Produzieren von Ziegeln und Baumaterialien aus Ton abgebaut und benutzt. Die im Tagebau entstandenen Löcher wurden später wieder mit ganz unterschiedlichen Materialien aufgefüllt. Beim späteren Überbauen musste ein besonderer Blick auf die Tragfähigkeit des Untergrunds gelegt werden und stellenweise sehr tiefe Fundamente gegründet werden. Die Erschütterungen während der seismischen Messungen machen den Boden instabiler.
Um Fristverlängerung gebeten
Die „WärmeWerk Wörth“ GmbH möchte Energie aus dem Erdreich zur Wärme- und Stromenergie nutzen. Als direkter Nachbar der dafür vorgesehenen Flächen in Wörth ist auch die Gemeinde Jockgrim betroffen. „Die Verwaltung der Verbandsgemeinde Jockgrim hat zwischenzeitlich um Fristverlängerung gebeten und zeitgleich Bedenken angemeldet, insbesondere gegen die Vielzahl von geplanten, seismischen Vibrationsmessungen (geplant voraussichtlich im Januar/Februar 2025) innerhalb der bebauten Ortslage“, war in der Sitzungsvorlage zu lesen.
Info-Veranstaltung gefordert
Guttenbacher informierte außerdem, dass in dem ablehnenden Beschluss vom Ortsgemeinderat gefordert wurde, dass in der Gemeinde eine Informationsveranstaltung zu den Messungen stattfinde und der Einsatz eines Messfahrzeuges demonstriert werde. „Diese Forderungen haben sich jetzt zeitlich mit der Ankündigung einer öffentlichen Informationsveranstaltung in Wörth überschnitten“, erklärte Jockgrims Ortsbürgermeister. Öffentlich informiert werde in Jockgrim deshalb demnächst nur in einer Bauausschuss-Sitzung, in der ein Mitarbeiter der WärmeWerk GmbH Rede und Antwort stehen werde.
Der Beschluss des Gemeinderates fordert darüber hinaus, dass „die Wärmewerk Wörth GmbH gebeten wird, sich zwecks Terminabstimmung mit dem Ortsbürgermeister bzw. der Verwaltung in Verbindung zu setzen. Wir fordern einen Terminplan mit Beteiligungspunkten der Ortsgemeinde.“