Wörth Gemeinsames Mittagessen: Ein Projekt sorgt für Überraschungen
„Wir wollen Menschen die Möglichkeit geben, zusammenzukommen, sich zu unterhalten, sich kennenzulernen beim gemeinsamen Mittagessen“, sagt Turgay Cakmak vom Internationalen Bund (IB). Er war an der Organisation des Projekts „Generationen genießen gemeinsam“ beteiligt, das seit einigen Wochen jeden Freitag von 12 bis 14 Uhr im Mehrgenerationenhaus (MGH) stattfindet.
Dass dieses Projekt gut angenommen wird, zeigen die Teilnehmerzahlen schon in den ersten Wochen mit 20 bis 30 Personen. „Es sind alleinstehende Seniorinnen, bedürftige, arbeitslose, gehbehinderte, kranke Personen, die froh sind, wenn sie Unterhaltung haben und ein gutes Essen bekommen, aber manchmal auch Familien mit kleinen Kindern. Das Essen ist zwar kostenlos, aber eine Spendendose steht bereit. Deren Inhalt geht an die Tafel, da der IB für dieses gemeinnützige Projekt wohl keine Spenden annehmen darf“, so Jan Haisch. Der 29-jährige ist als Projekt-Koordinator bim IB eingestellt. „Ich hatte mich auf eine Stelle beim IB als Berater für Berufsanfänger mit Schwierigkeiten beworben. Ich blieb dann weiter im Gespräch mit dem IB Südwest und kam zu diesem sozialpädagogischen Angebot“, sagt Haisch. Er hat Bildungs- und Erziehungswissenschaften studiert.
Der wichtigste Mann bei diesem Projekt ist jedoch der Koch Philip Grohmann. Er sorgt dafür, dass es den Teilnehmern schmeckt. Der gelernte Koch, der auch viele Jahre als Altenpfleger arbeitete, ist zurzeit bei der Tafel als Ein-Euro-Jobber angestellt. „Ich koche für mein Leben gerne und die Arbeit hier macht mir viel Spaß. Ich suche aber auch einen Halbtagesjob als Koch in der Nähe von Wörth.“ Die Lebensmittel werden zu einem größeren Teil von der Tafel zur Verfügung gestellt. Die Küche und die Gerätschaften für die Essensplanung und -bereitstellung sowie die noch fehlenden Gelder für die Lebensmittel stellt der IB über Fördermittel.
Dass die Projektteilnehmer mit dem Essen sehr zufrieden sind, brachten sie mehrfach zum Ausdruck. So ist Wilma Theiß bereits zum vierten Mal Gast beim Mittagessen, weil es ihr schmeckt und sie Unterhaltung hat. Auch Elsbeth Knobloch ist von Anfang an dabei und äußert sich ebenso positiv. Irmtraud Kleber wurde bei den Flinken Fingern und beim Plauderspaziergang im Bürgerpark von diesem Projekt berichtet. „Das hat mir gleich zugesagt. Man muss nicht zuhause alleine kochen und alleine essen, sondern hat auch noch Unterhaltung dabei.“ Die ebenfalls alleinstehende Ingrid Kost hat es von ihrer Schwester erfahren und ist mit dem Angebot sehr zufrieden, ebenso wie Waltraud König. Diese Frauen wohnen alle in Wörth, sind zum Teil „Altwörther“ wie Manuel Schmitt, der große gesundheitliche Probleme hat und kurz vor der Rente noch bei der Tafel als Ein-Euro-Jobber arbeitet und dadurch auf dieses Projekt aufmerksam wurde. Aus Maximiliansau kommt Franz Lech, der donnerstags Teilnehmer beim Plaudercafe ist und damit gleich von dem gemeinsamen Mittagessen Bescheid wusste. „Da habe ich keine schlechte Wahl getroffen. Ich bin sehr zufrieden.“ „Es war sehr gut“, sagt das Ehepaar Schuhmacher aus Maximiliansau. „Wir wollten es einmal ausprobieren und waren heute das zweite Mal da und wieder sehr zufrieden.“
Den Anstoß zum Projekt hatte der Leiter des Wörther IBs, Jens Mees, gegeben. Karim Eibad vom IB Südwest in Germersheim hat es unterstützt und als gemeinnütziges Projekt bei der Postcode-Lotterie zur Förderung beantragt. Dazu kam das MGH und die Tafel Wörth mit ihrer Vorsitzenden Uschi Bisanz als Kooperationspartner. „Es ist ein offenes Angebot für Jedermann, der nicht gerne allein ist. Jung und Alt sollen an einem Tisch bei einem kostenlosen Mittagessen vereint werden“, erläutert Cakmak.