Westheim / Knittelsheim RHEINPFALZ Plus Artikel Gemeinden wollen sich fit für die Zukunft machen

Das bis dato letzte Westheimer Dorferneuerungskonzept ist aus dem Jahr 1999.
Das bis dato letzte Westheimer Dorferneuerungskonzept ist aus dem Jahr 1999.

Westheim und Knittelsheim wollen noch attraktiver werden und sich für die Zukunft rüsten: Dazu sollen die Dorferneuerungskonzepte aus früheren Jahren fortgeschrieben werden. Beide Dörfer beantragen dafür nun Landeszuschüsse.

In Westheim hat die Universität Kaiserslautern ein Konzept erstellt, das 1999 letztmals fortgeschrieben wurde. Nach über 20 Jahren sei es ratsam, ein neues Konzept erstellen zu lassen, zumal es Zuschüsse gebe, sagte Ortsbürgermeisterin Susanne Grabau (FWG) bei der jüngsten Ratssitzung: „Diese Möglichkeit sollten wir auch nutzen.“ Zuvor müsse eine Dorfmoderation, ein Informations- und Beratungsprozess mit Bürgerbeteiligung, stattfinden. Auf Nachfrage von Ingrid Allbrecht und Alexander Dietz (beide SPD) informierte Grabau über das konkrete Vorgehen: Demnach soll geprüft werden, inwieweit nicht verwirklichte Projekte aus dem alten Konzept noch relevant seien. Zudem sollen neue Projekte aufgenommen werden. Welche das sein könnten, das soll in einer Dorfmoderation erarbeitet werden.

„Unser Dorf hat Zukunft“ erst 2022

Die Ratsfraktionen stehen der Dorferneuerung allesamt positiv gegenüber: Der Beschluss, Fördermittel für Dorfmoderation und Erneuerungskonzept zu beantragen, fiel einstimmig. Abzüglich der zu erwartenden Zuschüsse muss die Gemeinde für die Dorfmoderation 2785 der insgesamt 13.923 Euro selbst finanzieren, für das Erneuerungskonzept 1993 Euro (Gesamtkosten: 9963 Euro). Weil im aktuellen Haushalt kein Geld bereitsteht, werden diese außerplanmäßigen Ausgaben über Einsparungen bei der Buchungsstelle „Bebauungspläne“ abgedeckt. Auswirkungen könnte der Entschluss zur Dorferneuerung auf die Teilnahme am Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ haben. Ursprünglich war diese im laufenden Jahr geplant, laut Grabau ist es jedoch „vielleicht sinnvoller“, erst 2022 nach der Konzeptfortschreibung mitzumachen.

Auch Privatpersonen könnten profitieren

Knittelsheims Ortsgemeinderat hat bereits im März beschlossen, sich 2021 am Wettbewerb zu beteiligen. Einig war sich der Rat damals auch darüber, dass für den Ort erneut die Anerkennung als Schwerpunktgemeinde beantragt werden soll. Grund: Es fließen höhere Zuschüsse. Bei der jüngsten Sitzung gab das Gremium für die Fortschreibung des Dorferneuerungskonzepts aus dem Jahr 2000 mit vorheriger Dorfmoderation einstimmig grünes Licht. Wird Knittelsheim als Schwerpunktgemeinde anerkannt, betragen die Kosten 16.667 Euro, wovon zehn Prozent, also 1667 Euro, die Kommune zu tragen hat. Ohne den Status einer Schwerpunktgemeinde fallen 15.000 Euro an – und die Gemeinde muss davon 20 Prozent, also 3000 Euro, zahlen. Gleiches gilt für die Konzeptfortschreibung: Die Kosten betragen 10.710 Euro und werden entweder mit 80 oder 90 Prozent bezuschusst. Sofern der Ort Schwerpunktgemeinde wird, sollen auch Privatpersonen bei Projekten beraten werden. Diese Leistungen werden zu einem Stundensatz von 65 Euro, zuzüglich einiger Nebenkosten, abgerechnet. Maximal 8000 Euro übernimmt das Land. Einstimmig beauftragte der Rat die Verwaltung, entsprechende Förderanträge zu stellen.

Knittelsheim möchte als Schwerpunktgemeinde in Sachen Dorferneuerung anerkannt werden.
Knittelsheim möchte als Schwerpunktgemeinde in Sachen Dorferneuerung anerkannt werden.
x